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Medienscouts greifen bei Mobbing ein

Rostock Medienscouts greifen bei Mobbing ein

Bundesjugendkonferenz in Rostock beriet über Hilfe für Schüler mit Internet-Problemen

Rostock. . Jugendliche Medienscouts haben bei der Vorbeugung von Mobbing- oder Sextingattacken im Internet eine zentrale Funktion. „Mit der Kompetenz, die sie in ihrer Ausbildung bekommen haben, können sie Mitschüler informieren, aufklären und sensibilisieren“, sagte die Rostocker Fachanwältin Gesa Stückmann gestern bei der 2. Bundesjugendkonferenz Medien in Rostock. Zur zweitägigen Konferenz haben sich rund 200 Medienscouts aus ganz Deutschland getroffen, um über Möglichkeiten für die Hilfe von Betroffenen etwa bei Cybermobbing zu beraten. Es sei wichtiger, die Jugendlichen zu beraten, bevor sie im Internet Fehler begehen, mit deren Folgen sie teils über Jahre hinweg zu kämpfen haben, betonte Konferenzorganisatorin Stückmann.

 

OZ-Bild

Medienscouts auf ihrer Konferenz in Rostock

Quelle: Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Wenn das Kind im Brunnen liegt, seien die rechtlichen Möglichkeiten sehr begrenzt. Dabei werden die Gefahren durch die wachsende Zahl von Kommunikations-Apps immer größer, sind die Experten überzeugt. So seien Apps, bei denen Jugendliche Songs nachsingen, sich dabei filmen und dies dann posten, „Steilvorlagen für Mobbing“.

Die Medienscouts haben für Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) eine zentrale Funktion darin, Kinder und Jugendliche fit bei der Internetnutzung zu machen und dabei Chancen und Risiken zu erkennen. Entsprechend würde ihr Ministerium mehrere Projekte über den Kinder- und Jugendplan fördern.

„Wir können den Leuten Wege zeigen, wo sie Hilfe bekommen können. Therapieren können wir nicht, dafür sind wir nicht ausgebildet“, betonte der Rostocker Scout Marcel Müller. Die Scouts gehen in die Schule und halten Vorträge und können darüber auch notwendige Kontakte knüpfen. Es sei aber klar, dass es junge Leute gibt, die keine Hilfe wollen. Da seien Möglichkeiten der Scouts begrenzt.

Laut Krankenkasse TK wird Studien zufolge von Kinder- und Jugendärzten jedes Jahr bei rund 20000 Jugendlichen die Diagnose Mediensucht gestellt. Bei 600 000 Jugendlichen sei die Abhängigkeit so groß, dass sie deshalb keine Ausbildung oder geregelte Arbeit antreten können. Es könnten schwere psychische und physische Erkrankungen auftreten.

Laut TK- Umfrage sind etwa die Hälfte der Eltern besorgt, dass ihre Kinder schlechte Erfahrungen durch Mobbing oder Betrugsversuche machen könnten. Deshalb sei das zentrale Thema die frühe Entwicklung der Medienkompetenz, betonte der TK-Referent Thomas Holm.

OZ

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