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MV aktuell Meeresforscher im Nordosten bekommen neues Schiff
Nachrichten MV aktuell Meeresforscher im Nordosten bekommen neues Schiff
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18:35 26.10.2018
So könnte es aussehen: Entwurf des Forschungsschiffes „Gadus II“. Quelle: Steffen Garke / Uni Rostock
Rostock

Wie entwickeln sich die Seegraswiesen? Welche neuen Arten sind in die Ostsee zugewandert? Wie verändert der Klimawandel die Lebensräume für heimische Tier- und Pflanzenarten? Welche Schiffsschraubenformen sorgen für den besten Vortrieb? Um Antworten auf diese und viele andere Fragen zu finden, können Meeresforscher in Mecklenburg-Vorpommern künftig ein neues Forschungsschiff hoffen. Denn: Die Universität Rostock plant, einen etwa 15 bis 16 Meter langen Hightech-Katamaran bauen zu lassen. Kosten: rund 1,1 Millionen Euro. Der Katamaran „Gadus II“ werde das einzige Schiff sein, das schweres Forschungsgerät in die flachen Küstengewässer bringen kann, teilte das Bildungsministerium am Freitag mit.

Forschungskutter „Gadus“ wurde 2013 stillgelegt

Hintergrund: Seit der Forschungskutter „Gadus“ im Jahre 2013 altersbedingt stillgelegt wurde, musste die Uni auf Charterschiffe zurückgreifen. Und dies sei schwierig – „sowohl bei der Verfügbarkeit als auch bei den Kosten“, erklärt Prof. Hendrik Schubert vom Department Maritime Systeme der Uni Rostock, welches den Bau federführend betreut.

Dicker Anforderungskatalog an neues Schiff

Finanziert werden soll der Bau mit 680 000 Euro vom Land und 380 000 Euro der Uni Rostock. Der Anforderungskatalog an die „Gadus II“ ist dick. Für die Ausbildung von Meeresbiologen seien schließlich andere Kriterien wichtig als für die von Ingenieuren. Wichtig: Das Schiff müsse klein und wendig sein sowie über Unterwassersonar und Radar verfügen, sagt Schubert. So werde zum Beispiel eine Probenentnahmestelle in der Mitte des Schiffes benötigt. Der Katamaran müsse für Tauchereinsätze ebenso geeignet sein wie für Aufgaben zur Erforschung der automatischen Navigation, betont Schubert. Und um die Auswirkungen von unterschiedlichen Schiffsantrieben – zum Beispiel durch Brennstoffzellen – untersuchen zu können, müsse man „auch mal ein Loch“ in den Schiffskörper schneiden können. Mit dem Schiff sollten sowohl Lebensräume kartiert und Strömungsverhältnisse erfasst als auch neue Technologien für sich verändernde Umweltverhältnisse getestet werden.

Gemeinsame

Nutzung geplant

Geplant ist eine gemeinsame Nutzung des Katamarans durch die Unis in Rostock und Greifswald sowie die Fachhochschulen in Stralsund und Wismar, erklärt Schubert. Auch andere Institutionen, die sich mit der Küstenforschung im Flachwasserbereich beschäftigen, könnten das Schiff einsetzen. Durch diese Kooperation werde nicht nur die Wirtschaftlichkeit der Anschaffung gesichert, sondern auch die Zusammenarbeit innerhalb der maritimen Forschung des Landes gefestigt. Ziel ist, die „Gadus II“ mindestens acht Monate im Jahr zu nutzen. Die zwei Mann Besatzung würde die Uni Rostock stellen, so Schubert.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hatte die Anschaffung empfohlen, womit dem Projekt von Land und Universität Rostock nichts mehr im Wege steht. Es werde gute Arbeitsbedingungen für die Forscher bieten, deren Arbeit im Bundesland mit der längsten Küstenlinie eine große Rolle spiele, sagt Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD).

Küstenforschung

insbesondere im Flachwasser

„Das neue Schiff versetzt uns in die Lage, unsere Küstenforschung insbesondere im wenig untersuchten Flachwasserbereich deutlich zu intensivieren“, betont Prof. Martin Benkenstein vom Department Maritime System der Uni Rostock.

Und wo soll der Katamaran gebaut werden? Bislang seien noch drei Werften in Deutschland sowie etliche im europäischen Ausland im Rennen, erklärt Prof. Schubert. Jetzt werde die Bauausschreibung ausgefertigt, Anfang Januar stehe fest, welche Werft den Auftrag bekommt.

Mit dem Vorgänger „Gadus“, betreiben ebenfalls von der Uni Rostock, wurden von 1979 bis 2013 die Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns erforscht und neue Technologien entwickelt und getestet. Der Kutter war ursprünglich 1950 auf der Boddenwerft Damgarten gebaut worden.

Thomas Luczak

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