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Mehr Öl als befürchtet auf Rügen

Thiessow Mehr Öl als befürchtet auf Rügen

50 Helfer im Einsatz: Der Sand muss zehn Zentimeter tief abgetragen werden.

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THW-Mitglieder schaufeln bei Thiessow auf Rügen ölverschmutzten Sand weg.

Quelle: Chris-Marco Herold

Thiessow. Das Ausmaß der Verschmutzung mit Schweröl an den Südoststränden von Rügen ist größer als zunächst angenommen. Auf einem rund drei Kilometer langen Abschnitt zwischen Thiessow und Lobbe sei das Öl teilweise in den Boden eingedrungen, so dass eine etwa zehn Zentimeter tiefe Sandschicht abgetragen werden müsse, sagte gestern der Kreisführer der Feuerwehr, Gerd Scharmberg. Am Mittwoch war für Rügen bereits Entwarnung gegeben worden.

50 Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks begannen, mit schwerer Technik die Strände zu säubern. Die örtlichen Feuerwehren und Bauhöfe unterstützten sie dabei. Ihr Einsatz sollte gestern bis zum Einbruch der Dunkelheit gehen. „Wir hoffen, dass wir im Laufe des Freitags fertig werden“, sagte Scharmberg. Weil Schweröle grundsätzlich auch gesundheitsschädlich sein können, trugen die Helfer Schutzkleidung.

Auch auf Usedom gingen die Reinigungsarbeiten weiter. Schon am Mittwoch sei bis 23.30 Uhr gearbeitet worden, sagte Kreissprecher Achim Froitzheim. Zwischen Peenemünde, Karlshagen und Trassenheide sähen die Strände inzwischen aber wieder ganz gut aus. Allerdings treibe der aufgefrischte Wind immer noch neue Ölklümpchen ans Ufer. Auf Usedom beteiligte sich das THW ebenfalls mit rund 50 Mitarbeitern, unterstützt von der Gemeinde Karlshagen. Sie schaufelten das Öl-Sand-Gemisch in Plastiksäcke, die von Lastwagen weggebracht wurden.

Nach Angaben des Havariekommandos Cuxhaven ist auf Rügen ein insgesamt 15 Kilometer langer Abschnitt in unterschiedlichem Ausmaß betroffen, auf Usedom ist ein zehn Kilometer langer Abschnitt an der Nordspitze der Insel verschmutzt. Woher das Öl stammt, war auch gestern noch unklar. Die Suche nach dem Verursacher aus der Luft brachte bislang keinen Erfolg. Das Havariekommando hat nun ein sogenanntes Driftmodell in Auftrag gegeben, um zu errechnen, von welchem Schiff auf der vielbefahrenen Ostseeroute die Verschmutzung kommen könnte. Bis zur Aufklärung des Falles könnten aber noch Wochen vergehen, sagte eine Sprecherin. Martina Rathke

 



OZ

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