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Mehr Unfälle, mehr Fahrerflucht: Caffier will stärker durchgreifen

Schwerin Mehr Unfälle, mehr Fahrerflucht: Caffier will stärker durchgreifen

Innenminister: Raser und Handynutzer verfolgen / Helmpflicht für Pedelecs?

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Lorenz Caffier, (CDU), Innenminister

Quelle: Foto: Cornelius Kettler

Schwerin. Gefährliches Pflaster Mecklenburg-Vorpommern: Alle zehn Minuten kommt es landesweit zu einem Verkehrsunfall. Im Vorjahr lag die Gesamtzahl bei 56971, ein Plus von rund 1,6 Prozent gegenüber 2015. Hauptursachen sind für Innenminister Lorenz Caffier (CDU) „die drei Todsünden“: Vorfahrtsfehler, zu schnelles Fahren und Alkohol am Steuer.

Fast 11000 Mal Fahrerflucht in einem Jahr

56 971 Verkehrs-unfälle gab es 2016 auf den Straßen in MV (2015: 56077), in 10912 Fällen verließen die Verursacher unerlaubt den Unfallort.

89 Menschen kamen 2016 bei Verkehrsunfällen ums Leben (2015: 93). Hauptursachen waren Vorfahrtsfehler, zu hohe Geschwindigkeit und Alkohol am Steuer.

Besorgniserregend sei der Anstieg bei Unfällen mit anschließender Fahrerflucht – auf knapp 11000 Fälle in Jahresfrist.

Caffier kündigt stärkere Kontrollen der Polizei an und bringt eine Helmpflicht für Pedelecs, elektrische Fahrräder, ins Gespräch. Kritisch sehe er auch die Zunahme von Unfällen, bei denen Autofahrer trotz Verbots mit Handys hantierten. Leicht gesunken sei dagegen die Zahl der Verkehrstoten – auf 89 in 2016 (2015: 93).

„Die Straße ist kein Jagdrevier“, erklärte Caffier gestern in Schwerin bei der Präsentation der landesweiten Unfallstatistik für 2016. Allein während der Osterfeiertage kamen vier Menschen auf den Straßen ums Leben. Unfälle seien „kein Schicksal“, sondern würden meistens durch Fehlverhalten verursacht. Raserei stehe dabei weiter mit ganz oben in der Statistik. So wundere es nicht, dass die Zahl der Opfer gestiegen ist: 2016 gab es mehr Schwer- (1333) und auch mehr Leichtverletzte (5732) als in Vorjahren. Dazu hätten Unfälle mit Sachschaden um 1,7 Prozent zugenommen. Verglichen mit anderen Bundesländern kracht es in MV allerdings seltener. Unterm Strich rangiere das Land hier auf Platz drei: Je 100000 Einwohner gab es 437 Verletzte. In Schleswig-Holstein, Bayern oder Niedersachsen seien es deutlich mehr als 500.

Dennoch gebe es in MV einige Besonderheiten, die Risiken bergen, etwa „die höchste Tourismusintensität“ und viele Alleebäume, so Caffier. Zudem habe die Zahl der Autos und Motorräder beständig zugenommen. Die meisten Menschen kamen im Vorjahr bei Unfällen in Autos zu Schaden (4043), 1548 nutzten ein Fahrrad, 584 Moped oder Motorrad, 509 waren zu Fuß unterwegs.

Einen enormen Anstieg stellt die Polizei bei Drogendelikten am Steuer fest – plus elf Prozent. Dies sei vor allem auf bessere Schulung der Beamten und verstärkte Kontrollen zurückzuführen, sagt Wilfried Kapischke, oberster Polizist des Landes. „Die Testverfahren werden weiterentwickelt.“

Bei der Frage nach dem Alter der Verursacher von Unfällen (mit Personenschaden) rücken zunehmend ältere Semester in den Fokus: Seit 2014 habe sich die Zahl über 65-Jähriger um etwa 20 Prozent erhöht, während der Anteil unter 25-Jähriger sinkt. Hauptverursacher bleibt die Altersgruppe zwischen 25 und 35 Jahren.

Sorge bereitet dem Innenminister allerdings eine andere Entwicklung: Immer mehr Nutzer von Pedelecs seien in Unfälle verwickelt. Dies gelte vor allem für ältere Nutzer, die die elektrischen Fahrräder wohl unterschätzten. Caffier sagt, er könne sich eine Helmpflicht vorstellen.

Auf Prävention werde die Polizei künftig verstärkt beim Thema Handy am Steuer setzen. „Wir müssen die Menschen ansprechen, die das Lenkrad in der einen und das Smartphone in der anderen Hand halten“, macht Lorenz Caffier deutlich. Zwar gebe es dazu keine gesonderte Statistik, gefühlt habe der Missbrauch in diesem Bereich aber zugenommen. Der Minister sieht „ein enormes Gefährdungspotenzial“. In ganz MV solle es künftig themenorientierte Schwerpunktkontrollen geben. Seite 5

Frank Pubantz

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