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Mehr als vier Jahre Haft für Rostocker Steinewerfer

Rostock Mehr als vier Jahre Haft für Rostocker Steinewerfer

Ein Fan des Fußball-Drittligisten Hansa Rostock ist gestern wegen gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt worden.

Rostock. Ein Fan des Fußball-Drittligisten Hansa Rostock ist gestern wegen gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt worden. Das Rostocker Landgericht sah es als erwiesen an, dass der heute 33-Jährige am Rande eines Spiels zwischen Hansa und Dynamo Dresden im November 2014 Steine auf Polizisten geworfen und zwei von ihnen verletzt hatte. Für Vorwürfe, die das Spiel zwischen Rostock und RB Leipzig im April 2014 betrafen, wurde der Mann aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

 

OZ-Bild

Der verurteilte Kristian S.

Quelle: Ove Arscholl

Ursprünglich war er wegen des Wurfs mit einem knapp zwei Kilogramm schweren Pflasterstein auch des versuchten Totschlags angeklagt, der Vorwurf wurde jedoch auf gefährliche Körperverletzung herabgestuft. Eine Tötungsabsicht habe nicht vorgelegen, hieß es in der Urteilsverkündung. Der Verurteilte muss zudem 300 Euro Schmerzensgeld an einen Polizisten zahlen, der bei einem Steintreffer eine Rippenprellung davongetragen hatte.

Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre und neun Monate Haft gefordert und kündigte nach der Verhandlung an, das Urteil prüfen zu wollen. Der Anwalt der Nebenklage, der den geschädigten Polizisten vertrat, zeigte sich mit dem Strafmaß zufrieden, nicht mit der Entscheidung zum Schmerzensgeld.

Die Verteidigung des Mannes, der laut Gericht der linken Szene zugerechnet wird, hatte einen Freispruch und eine Entschädigung für die einjährige Untersuchungshaft gefordert. Der Anwalt nannte das Urteil „Gesinnungsjustiz“, mit der „ein Exempel“ hätte statuiert werden sollen. Er kündigte an, Revision einzulegen. Dann muss sich der Bundesgerichtshof in Karlsruhe mit dem Urteil befassen.

OZ

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