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MV aktuell Zwischen Schock und Neuanfang: Reaktionen aus MV zu Merkel
Nachrichten MV aktuell Zwischen Schock und Neuanfang: Reaktionen aus MV zu Merkel
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17:08 29.10.2018
Angela Merkel will nicht wieder als CDU-Vorsitzende kandidieren. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
Schwerin/Berlin

CDU-Chefin Angela Merkel will nach massiven Verlusten ihrer Partei bei der Landtagswahl in Hessen den Parteivorsitz abgeben - aber Kanzlerin bleiben. Das gab die 64-Jährige am Montag bekannt. Bisher hatte Merkel immer darauf bestanden, dass beide Ämter für sie zusammengehören. Ihre Weggefährten in ihrer politischen Heimat MV äußerten Bedauern und Respekt.

Die Entscheidung schmerze, sagte Landeswirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Glawe ist CDU-Kreisvorsitzender in Vorpommern-Rügen, wo sich Merkels Bundestagswahlkreis befindet. Für viele sei Merkels Schritt ein Schock – für manche aber das Signal, dass die CDU sich jetzt neu aufstellen werde. „Die Entscheidung kam für mich überraschend“, bekannte der CDU-Landesvorsitzende Vincent Kokert. Sie biete für die Partei die große Chance, inhaltlich wieder mehr Tritt zu fassen. Der junge CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor aus Vorpommern forderte vom künftigen Bundesvorsitzenden einen klaren Fahrplan, um die „dramatischen Stimmenverluste“ der Partei zu stoppen. Der Abgeordnete Eckhardt Rehberg forderte als Reaktion den Rücktritt von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU).

Für den CDU-Vorsitz bewerben sich nun gleich mehrere prominente Gesichter: Neben Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer kündigte auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn seine Kandidatur an. Zudem will Berichten zufolge der frühere Unions-Fraktionschef Friedrich Merz antreten. Merkel will nach Ende der bis 2021 laufenden Wahlperiode nicht erneut für den Bundestag kandidieren, wie sie weiter sagte. Merkel ist seit 18 Jahren CDU-Chefin und seit 13 Jahren Kanzlerin.

Der Wechsel an der CDU-Spitze allein wird nach Ansicht des AfD-Landesvorsitzenden Leif-Erik Holm den Niedergang der Union nicht aufhalten. Aus seiner Sicht sollte Merkel zeitnah auch die Kanzlerschaft niederlegen. Auch Hagen Reinhold, FDP-Bundestagsabgeordneter aus Barth und Chef der FDP-Ostgruppe, sagte, Merkels Entscheidung sei ein erster notwendiger Schritt, dem nun auch noch der zweite folgen müsse. Unter Merkel habe in den letzten Jahren in Deutschland und damit auch in MV Stillstand geherrscht.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) betonte, für sie sei nicht so wichtig, wer künftig der CDU vorstehe: „Entscheidend ist, dass die große Koalition zu einer stabileren und überzeugenderen Zusammenarbeit findet.“ Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Schweriner Landtag, Simone Oldenburg, wertete Merkels Rückzug als „ersten nachvollziehbaren Schritt, der ganz leise andeutet, dass Konsequenzen aus dem Sinkflug der CDU gezogen werden“. Grünen-Landeschefin Claudia Schulz würdigte Merkels Rolle als erste Frau an der Spitze der CDU. „Sie hat sich meinen Respekt erworben mit ihrem Eintreten für Menschlichkeit und dem Öffnen der CDU für ein moderneres Gesellschaftsbild.“

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