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Milchpreise im Sinkflug

Milchpreise im Sinkflug

Viele Leser würden einen Euro pro Liter zahlen / Russland-Sanktionen und Wegfall der Quote werden kritisiert

Rostock. Der Milchpreis kennt zurzeit nur eine Richtung – nach unten. Molkereien zahlen den Bauern pro Liter Milch nur noch zwischen 17 Cent in Norddeutschland und 29 Cent in Bayern. Damit ist der Preis erstmals unter die Marke von 20 Cent gefallen. Um kostendeckend wirtschaften zu können, benötigen die etwa 75000 Milchbauern in Deutschland einen Erzeugerpreis von etwa 40 Cent pro Liter.

Die Leser der OSTSEE-ZEITUNG äußern sich in Briefen zu dem Preisverfall und diskutieren darüber auf der Facebook-Seite.

Für einen Liter Milch würde Martina Schierhorn einen Euro zahlen. Ulrike Tetzner nennt 1,50 Euro. Und für Christiane Gronau ist ein Preis zwischen 1,50 und zwei Euro akzeptabel. Nadine Hahn schreibt: „Ich kaufe nur regionale Milch und bezahle da zwischen 99 Cent und 1,40 Euro pro Liter, je nach Anbieter.“ Die Billigmilch würde sie niemals kaufen. So extrem billig könne einfach nicht gut sein, weder fürs Tier noch für den Bauern. Sieglinde Burandt hält 1,20 Euro für angemessen. „Man muss das Tier und die Bauern wertschätzen“, meint sie. Damit würde mit der Milch ordentlich umgegangen. Michael Lemcke sagt, dass man einen Euro für einen Liter Milch schon bezahlen könne, dann hätten alle was davon. Martina Weber würde auch drei Euro pro Liter bezahlen. „Wenn ich dafür sicher sein kann, dass es den Tieren gut geht – aber den Kälbchen geht es wohl nie gut dabei.“ Rico Grosch geht es nicht darum, was man zahlen möchte, „sondern was beim Landwirt ankommt“. Severus Müller möchte wissen, wo man regionale Produkte bekomme. „Würde auch mehr zahlen, nur muss die Qualität (chemiefrei etc.) auch stimmen.“

Ein anderes Problem spricht Sandra Lucil an: Milch sei wie Fleisch, Obst und Gemüse ein Grundnahrungsmittel, das bezahlbar bleiben muss. „Es gibt viele Arme (Arbeitslose, Mindestrentner), die am Existenzminimum leben und sich Preise von einem Euro pro Liter und mehr einfach nicht leisten können“, erklärt sie.

Seine Erfahrungen schildert Carsten Oppermann : „Ich finde es eine Frechheit, dass die Molkereien so wenig für die Milch zahlen. Ich bin selber im Kuhstall tätig und bekomme es am eigenen Leib zu spüren. Ein ganz großes Problem sind die Sanktionen gegen Russland, die Russen waren einer der größten Abnehmer von Milch-Produkten. Und der Milchquoten-Wegfall! Klar ist dann zu viel Milch auf dem Markt.“ Am Ende werden die Bauern überleben, die schon alles bezahlt haben, und die Großbetriebe, in denen die Kuh funktionieren muss. Der Rest wird sich Gedanken machen müssen, wie es weiter geht.

Ähnlich sieht es Marikka Kurzenberg : „Ich denke, wir brauchen wieder eine Milchquote. Denn jetzt kann jeder Milchbauer in Europa Milch produzieren, so viel ihm möglich ist. Dadurch entstehen Überschüsse, die den Milchpreis drücken.“ Peter Schwandt „bedankt“ sich bei Bundes- und Landesregierung für die Sanktionen gegen Russland. Wen treffen sie am meisten?

„Nicht den Russen, sondern die Menschen, die hier leben. Die Russen haben längst neue Märkte erschlossen“, kritisiert er.

Bernhard Schmidtbauer

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