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Millionen-Investitionen machen Wege frei für Radfahrer

Millionen-Investitionen machen Wege frei für Radfahrer

Bund und Land geben Geld, um Lücken zu schließen / Fachverband kritisiert Qualität vieler Verbindungen / Oft scheitert der Ausbau an schlechter Kooperation der Kommunen

Schwerin. Neue Radwege für MV: Millionen-Investitionen sollen in diesem Jahr vor allem Lücken im bestehenden Netz schließen. Laut Auskunft des Verkehrsministeriums sind 9,6 Millionen Euro für Radwege an Bundesstraßen und 6,4 Millionen Euro an Landesstraßen vorgesehen. Auch das Wirtschaftsministerium gibt Millionen aus — vor allem um touristische Projekte zu fördern. Wie hoch die Summe ist, steht noch nicht fest. Das hänge von der Zahl der eingehenden Förderanträge ab, teilt Pressesprecherin Wiebke Wolf mit.

„Investitionen sind dringend nötig“, betont Steffen Burkhardt vom Landesverband des Deutschen Allgemeinen Fahrrad-Clubs (ADFC). Die Beschilderung und Qualität vieler Wege sei schlecht, die Promenaden in Urlaubsorten seien oft überfüllt. Das wirke sich vor allem auf den Radtourismus aus. In einer aktuellen Bewertung der beliebtesten Radregionen Deutschlands ist Mecklenburg-Vorpommern nur auf dem siebten Platz gelandet. „Die Ansprüche der Fahrer werden höher“, erklärt Burkhardt. Projekte dürften nicht an den Ortsgrenzen aufhören. „Die Kommunen müssen besser miteinander kooperieren“, fordert der Verbandsvorsitzende. Möglich werden soll das mit der Arbeitsgruppe „Fahrradfreundliche Kommunen“. Diese und andere Projekte werden heute auf der Radkonferenz in Rostock thematisiert.

Auch Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) wünscht sich ein besseres Miteinander. Oft würden der Ausbau des Radwegenetzes und notwendige Lückenschlüsse an fehlendem Baurecht vor Ort scheitern. Als Beispiele nennt er Zufahrtswege zu den großen Ferieninseln Rügen und Usedom oder den Rundweg um den Plauer See. „In Plau streitet man seit zehn Jahren darum, wie breit eine Schneise durch ein kleines Waldstück sein darf“, sagt Glawe. Er fordert die zuständigen Landkreise, Umweltbehörden und -verbände auf, gemeinsam nach Kompromissen im Interesse der Radfahrer zu suchen.

Der Grünen-Abgeordnete Johann-Georg Jaeger vermisst bei der Landesregierung „den Blick auf das große Ganze — ein fahrradfreundliches Mecklenburg-Vorpommern“.

Pünktlich mit Beginn der Radlersaison ist im März der Fördermittelbescheid für den Ausbau des Radrundwegenetzes im Lieper Winkel auf der Insel Usedom übergeben worden. Weitere Vorhaben in diesem Jahr sind:

Radwanderweg Baabe-Sellin: Damit wird die Verbindung der Ostseebäder Göhren, Baabe und Sellin auf der Insel Rügen weiter vorangetrieben. Sie soll die in der Vergangenheit aufgetretenen Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern beseitigen. Ausbaulänge: 1350 m. Kosten: 1,13 Millionen Euro.

Unterführung B 196 in Sellin: Sie soll die Radwege nördlich und südlich der Bundesstraße auf der Insel Rügen verbinden. Kosten: 1,66 Millionen Euro.

Eldetal Rundweg: Der Kreis Mecklenburgische Seenplatte will den vom Zeltplatz in Bad Stuer bis zur Kreisgrenze ausbauen. Länge: 614 m. Kosten: etwa 237 000 Euro.

Radweg Kargow-Unterdorf bis zur Grenze des Müritz-Nationalparks: Er soll aufgrund der besonderen Lage in wassergebundener Form entstehen. Die Gesamtkosten für den 1875 Meter langen Abschnitt belaufen sich nach derzeitigen Schätzungen auf 76 000 Euro.

Von Kerstin Schröder und Elke Ehlers

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