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MV aktuell Minister Caffier fordert soziales Pflichtjahr für alle
Nachrichten MV aktuell Minister Caffier fordert soziales Pflichtjahr für alle
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00:00 07.05.2016
Innenminister Lorenz Caffier Quelle: Cornelius Kettler
Schwerin

Zwölf Monate im Dienst der Allgemeinheit: Lorenz Caffier (CDU), Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, fordert die Einführung eines sozialen Pflichtjahres für alle jungen Frauen und Männer. Damit könnten die jungen Leute der Gemeinschaft etwas zurückgeben. Die Opposition im Schweriner Landtag lehnt das Vorhaben vehement ab. Durch Zwang sei Engagement für das Allgemeinwohl nicht zu erreichen, heißt es bei Linken und Bündnisgrünen. Dagegen bewerten Hilfsverbände wie THW und Feuerwehr die Idee positiv.

Zehntausende engagieren sich

39 715 Frauen und Männer jeden Alters (Stand April 2016) engagieren sich im Bundesfreiwilligendienst. In Mecklenburg-Vorpommern sind 1438 aktiv.

Andere Freiwilligendienste sind das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) und der Entwicklungspolitische Freiwilligendienst weltwärts.

Das Aussetzen der Wehrpflicht — und des Zivildienstes — hat bei Hilfsorganisationen und in vielen sozialen Bereichen große Lücken gerissen, erklärt Caffier. „Ich bin ganz klar für ein Pflichtjahr für junge Frauen und Männer. Wer von der Gesellschaft Rechte einfordert, muss auch akzeptieren, dass er Pflichten hat“, sagt er. Es habe noch keinem jungen Menschen geschadet, zumindest einmal Dienst an der Gesellschaft zu tun. Das Pflichtjahr könnte in sozialen, kulturellen oder sportlichen Bereichen, beim Technischen Hilfswerk (THW), den Freiwilligen Feuerwehren oder auch als Wehrdienst in der Bundeswehr abgeleistet werden, schlägt Caffier vor. Die Vergütung sollte ähnlich wie beim früheren Zivildienst geregelt werden. Das Ableisten des Pflichtjahres sollte Vorteile bringen, so der Innenminister. Etwa bei der Studienplatzvergabe, Bewerbungen im öffentlichen Dienst, Stipendien für Studium oder Ausbildung sowie steuerliche Vergünstigungen im ersten Arbeitsjahr.

Der THW-Landesverband findet die Idee gut. „Natürlich würde durch ein sogenanntes Pflichtjahr das THW personell profitieren“, sagt Sprecher Claus Döpper. Wobei nicht so sehr eine Lösung analog zum Bundesfreiwilligendienst als kompaktes Jahr, sondern wie vor 2011 eine Spreizung über mehrere Jahre sowohl für das THW als auch für die Betroffenen von Vorteil wäre.

Auch die Feuerwehr in MV begrüßt ein soziales Pflichtjahr. Dieses würde die Freiwilligen Feuerwehren im Land „sehr entlasten“ und könnte junge Menschen für die Aufgabe der Feuerwehr interessieren, erklärt Landesverbands-Chef Hannes Möller.

Dagegen nennt Jürgen Suhr, Fraktionschef von Bündnis 90/Grüne im Schweriner Landtag, eine Dienstpflicht weltfremd und überholt. „Ich bin froh, dass die Zeiten der Zwangsrekrutierung nach Abschaffung der Wehrpflicht und Einführung des Bundesfreiwilligendienstes endlich vorbei sind.“ Die Links-Fraktion lehnt Caffiers Pläne ebenso ab. „Offenbar immer noch beseelt vom eigenen Grundwehrdienst glaubt der Innenminister, dass ein bisschen Pflichtgefühl gegenüber Vater Staat niemandem schadet. Und wer nicht spurt, muss eben mit Nachteilen rechnen“, kritisiert der innenpolitische Sprecher Peter Ritter. Caffier sollte vielmehr das System der freiwilligen Dienste für junge Leute, wie das Freiwillige Ökologische Jahr oder das Freiwillige Soziale Jahr, stärken. Seite 2

Von Bernhard Schmidtbauer

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