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Minister verbietet Jagd mit Bleimunition im Landeswald

Schwerin Minister verbietet Jagd mit Bleimunition im Landeswald

In Mecklenburg-Vorpommern darf ab 1. April auf rund einem Zehntel der Fläche nicht mehr mit bleihaltiger Munition gejagt werden.

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Ein Jäger zeigt bleifreie Munition.

Quelle: Bernd Wüstneck/dpa

Schwerin. In Mecklenburg-Vorpommern darf ab 1. April auf rund einem Zehntel der Fläche nicht mehr mit bleihaltiger Munition gejagt werden. Das hat Umweltminister Till Backhaus (SPD) für die landeseigenen Gebiete so festgelegt, sagte ein Sprecher des Schweriner Ministeriums. Damit soll weniger schädliches Blei in die Umwelt und somit in die Nahrungskette gelangen. Der Landesjagdverband reagierte zurückhaltend. „Wir sind auch für eine Bleireduzierung, die nötigen Untersuchungen über die Munitionsarten sind aber noch nicht abgeschlossen“, sagte Präsident Volker Böhning. Der Verband vertritt rund 10 000 Jäger in MV.

Mit dieser Festlegung geht der Nordosten deutlich weiter als die Bundesregierung. „Der Bund hält sich da zurück“, betonte Böhning. „Wir sind nämlich noch längst nicht da, wo wir hinwollen.“ Grundsätzlich müsse Munition auch in punkto Jagdsicherheit und Tötungswirkung hundertprozentig stimmen. Das sei bei bleifreier Munition nicht immer gegeben, so gebe es Probleme bei großen Tieren über 70 Kilogramm. Experten zufolge prallen bleifreie Geschosse auch schneller ab und sind daher im Gelände gefährlicher als Bleimunition, wie sie auch bei Behörden verwendet wird.

„Wir dürfen uns eine Bleireduzierung nicht über weniger Sicherheit erkaufen“, warnte Böhning. Zudem seien bei Tests an geschossenen Tieren sogar Bleirückstände gefunden worden, wenn mit bleifreier Munition gejagt wurde. „Wir wollen einer Verringerung von Blei in der Umwelt nicht im Wege stehen, aber es gibt viele Quellen für Bleieintrag, wie Leitungswasser oder Gemüse“, so der Experte.

Das Argument von Tierschützern, dass viele Seeadler an zu viel Blei sterben, wenn sie die Reste von geschossenem Wild fressen, wies Böhning zurück. Im Nordosten gebe es die höchsten Bestandsdichte bei Seeadlern seit Jahren, obwohl mit bleihaltiger Munition geschossen wurde. Und der Bestand wachse weiter.

Backhaus hatte für eine bundeseinheitliche Regelung plädiert. Bisher haben Brandenburg, Berlin, Thüringen, das Saarland, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ähnliche Regelungen. Laut Ministerium sind bleifreie Geschossen jagdtauglich, deshalb sind Munitions- und Waffenhersteller jetzt für sichere und effektive Munition verantwortlich.

In MV gibt es laut Jagdverband rund zwei Millionen Hektar Jagdfläche, davon entfallen rund 200 000 Hektar auf landeseigene Flächen und Wälder.

 



Winfried Wagner

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