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MV aktuell Missbrauch? Ermittlungen gegen Anklamer CDU-Politiker
Nachrichten MV aktuell Missbrauch? Ermittlungen gegen Anklamer CDU-Politiker
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02:25 26.03.2014
Greifswald

Gegen den Anklamer CDU-Politiker und Polizisten Marco S. hat die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs Ermittlungen aufgenommen. Das bestätigte der Sprecher der Stralsunder Staatsanwaltschaft, Ralf Lechte, gestern gegenüber der OZ. Hintergrund ist die nicht verifizierte Behauptung seiner heute 18 Jahre alten Stieftochter, die den 33-jährigen Marco S. beschuldigt, sich in früheren Jahren an ihr sexuell vergangen zu haben. S. arbeitet als Verwaltungsleiter bei der Kriminalpolizei Anklam (Kreis Vorpommern-Greifswald). Seit dem 14. März ist er vom Dienst freigestellt, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Neubrandenburg.

Seine politischen Ämter hat S. inzwischen niedergelegt: Er saß für die CDU im Kreistag Vorpommern-Greifswald und in der Anklamer Stadtvertretung. Für die nächste Kommunalwahl am 25. Mai habe er seine Kandidatur zurückgezogen, hieß es gestern. „Wir bedauern den Schritt“, sagte der Vorsitzende des CDU-Kreisverbands Vorpommern-Greifswald, Egbert Liskow.

„Ich hoffe, dass an den Vorwürfen nichts dran ist“, erklärte Liskow. „Wir müssen aber die Ermittlungen abwarten. So lange gilt die Unschuldsvermutung.“ S. sei aktiv und engagiert gewesen.

Kreisgeschäftsführer Sandro Martens bezeichnete S. als „Hoffnungsträger“. Einen Nachrücker für die Kommunalwahl werde es aus Termin-Gründen nicht geben. Medienberichten zufolge hat sich S. aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Er verlasse sein Haus nicht mehr, habe sein Facebookprofil gelöscht. S. selbst will sich im laufenden Ermittlungsverfahren nicht äußern.

Für Aufsehen sorgte Marco S. Ende 2012 wegen des Umgangs mit den zwei Anklamer NPD-Stadtvertretern, als er sich mit anderen CDU-Politikern in einer Sitzungspause in einer Gaststätte an einen Tisch mit den beiden Rechtsextremisten setzte. S. verteidigte sich damals mit den Worten, es sei doch eine Frage, „ob wir tatsächlich Menschen zwanghaft meiden wollen, nur weil sie einer anderen, momentan noch legalen Partei angehören.“

Zu sexuellem Missbrauch von Kindern kommt es laut dem Vorsitzenden der Deutschen Kinderhilfe in MV, Rainer Becker, weit häufiger in Familien und Bekanntenkreisen als durch Fremde. Die Hauptgefahr bestehe „in der psychischen Traumatisierung des Kindes“, sagte Becker. Der Polizeistatistik zufolge gab es 2013 in MV 332 Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern — 44 Fälle mehr als im Vorjahreszeitraum. Becker kritisierte die Begrifflichkeit „sexueller Missbrauch“ als veraltet und unpassend. „Treffender und zeitgemäßer wäre es, diese Fälle als ,sexuelle Gewalt‘ im Strafgesetzbuch aufzunehmen.“

Ob es tatsächlich zu einer Anklage gegen S. kommen wird und welche Beweise es gegen ihn gibt, ist laut Staatsanwaltschaft offen.

95 Prozent der Fälle aufgeklärt
Sexueller Missbrauch von Kindern bezeichnet sexuelle Handlungen mit, an oder vor Kindern. Dabei nutzt ein
Täter  seine Macht und Autorität und oft lange aufgebautes Vertrauen aus, um seine eigenen Bedürfnisse auf
Kosten des Kindes zu befriedigen,
vom gemeinsamen Anschauen von
Pornofilmen bis hin zum Geschlechtsverkehr.
Ich hoffe, dass an den Vorwürfen nichts dran ist. Es gilt die Unschulds- vermutung.“Egbert Liskow (CDU)



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