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Missbrauch in Schwerin: Mehr als 50 Hinweise nach „XY“

Schwerin Missbrauch in Schwerin: Mehr als 50 Hinweise nach „XY“

Falscher Polizist vergewaltigte Elfjährigen / TV-Sendung bringt neue Spuren zum Täter

Schwerin. Kann ein besonders perfider Fall von Kindesmissbrauch in Schwerin endlich aufgeklärt werden? Die Suche nach dem Täter über die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ hat den Ermittlern neue Hinweise gebracht. Seit der Ausstrahlung am Mittwochabend haben sich mehr als 50 Anrufer gemeldet. „Einige haben verdächtige Beobachtungen gemacht, andere auf konkrete Personen als mögliche Täter hingewiesen“, teilt eine Polizeisprecherin mit.

Die Tat hat sich Ende vergangenen Jahres ereignet. Der richtige Name des Opfers wird geheimgehalten. In der Fernsehsendung heißt der Elfjährige Jonas. Am Morgen des 15. Dezembers ist er auf dem Weg zur Schule, als ihn ein Mann anspricht. Er lockt Jonas zu einem Gebüsch, schlägt und missbraucht ihn mehrfach. Das Hinterhältige: Der Täter behauptet, er wäre Polizist und wolle einen Drogentest mit ihm machen. Er zeigt einen falschen Ausweis und schafft es so, dass ihn der Junge zu einem zwei Kilometer entfernten, abgelegenen Platz begleitet. Welches Martyrium Jonas dort erlebt, können die Zuschauer während des 15-minütigen Fernsehbeitrags nur vage erahnen. Denn insgesamt ist Jonas fast zwei Stunden in der Gewalt seines Peinigers, und der ist nach wie vor gefährlich: „Wir gehen davon aus, dass der Täter erneut zuschlagen wird“, warnt Bernd Zahlmann von der Kriminalpolizei Schwerin.

Laut Polizeianalysten hat der zwischen 30 und 40 Jahre alte, dickliche Mann das erste Mal ein Kind auf diese Weise missbraucht. Vielleicht hätte der Täter sogar schon gefasst werden können. Zwei Jogger und eine Frau, die mit ihrem Kind auf einem Spielplatz war, haben Jonas mit dem Mann gesehen. Die Situation kommt ihnen zwar komisch vor, doch sie alarmieren nicht die Polizei.

Das mache das Ganze nochmal tragischer, findet „XY“- Moderator Rudi Cerne.

Ein Phantombild des Täters hat er seinen Zuschauern nicht präsentiert – obwohl es eins gibt. „Mit dem arbeiten wir aber nicht mehr“, erklärt Ermittler Bernd Zahlmann. Nach der Tat seien Plakate davon überall in Schwerin ausgehängt worden. 244 Hinweise seien daraufhin eingangen, DNA- Tests mit möglichen Verdächtigen durchgeführt worden – ohne Erfolg. „Deshalb gehen wir davon aus, dass mit dem Bild etwas nicht stimmt beziehungsweise der Täter sein Aussehen massivst geändert haben muss“, sagt Zahlmann. Mit Jonas Mutter stehe er in regelmäßigem Kontakt. Der Junge sei dabei, die Geschehnisse aufzuarbeiten. Er befindet sich in ärztlicher Behandlung und erfahre viel Zuspruch von seiner Familie.

Nach der Vergewaltigung hat sich der Elfjährige seiner Mutter anvertraut, die dann die Polizei informierte. Deren Dienstausweise unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Mal sind sie grün und aus Papier, mal bläulich und aus Plastik. Das sei bereits für Erwachsene verwirrend, findet Moderator Cerne. Wenn die schon nicht durchblicken, wie soll es dann ein elfjähriger Junge tun?, fragt er.

Die Polizei rät, besorgte Eltern könnten sich vor Ort erkundigen. Außerdem sollten sie ihren Kindern raten, andere Erwachsene um Unterstützung zu bitten – wenn sie sich nicht sicher sind, ob Ausweise echt sind oder sie sich vor Fremden fürchten.

So sieht der Täter aus

6000 Euro – so hoch ist die Belohnung für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen. Er soll 30 bis 45 Jahre alt, auffällig klein sein (1,65 bis 1,70 Meter). Er hat ein Doppelkinn, ist dicklich, Brillenträger, blond und blauäugig. Er trug eine schwarze Stoffjacke, dunkle Jeans, graue Kunstlederschuhe und einen weißen Pullover. Hinweise unter: ☎ 038208/8882222.

Kerstin Schröder

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