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Mister MV muss Titel zurückgeben

Rostock Mister MV muss Titel zurückgeben

Weil Denny Kambs eine Tochter hat, darf er nicht mehr schönster Mann des Landes sein. Der Rostocker findet das Vorgehen des Veranstalters „unseriös“.

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Der Rostocker Denny Kambs am Strand von Fuerteventura. Dem Fitnesstrainer wurde der Titel jetzt aberkannt. FOTO: PRIVAT

Rostock. Nun ist Denny Kambs doch nicht mehr der schönste Mann des Bundeslandes. Der 29-Jährige gewann am 19. November im Schweriner Club „Zenit“ die Mister-Mecklenburg-Vorpommern-Wahl. Jetzt wurde er allerdings im Nachhinein disqualifiziert. Der Grund: Er hat eine vier Jahre alte Tochter und verstößt damit gegen die Teilnahmebedingungen der Miss Germany Cooperation, die die Wahlen veranstaltet.

 

OZ-Bild

Tony Eberhardt (l.) ist der neue „Mister Mecklenburg-Vorpommern“ und vertritt im Dezember unser Bundesland bei der Mister Germany Wahl. Denny Kambs (r.) wurde disqualifiziert und geht leer aus. FOTO: CORNELIUS KETTLER

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Der Ex-Mister ist sauer. „Weil ich auf dem Anmeldeformular angegeben habe, dass ich ein Kind habe. Das hat an diesem Abend aber niemanden interessiert.“ Erst eine Woche später fiel dem Team auf, dass es einen Fehler gemacht hat. Sie informierten Kambs telefonisch, dass ihm der Titel wieder weggenommen wird.

„Unseriös“, findet der Rostocker Fitnesstrainer die Vorgehensweise der Miss Germany Cooperation. „Es hat einen Riesenwirbel ausgelöst. Mein Telefon steht gar nicht mehr still.“ Etliche Rechtsanwälte riefen beispielsweise bei Kambs an und versuchten, ihn zu überreden, gegen die Disqualifikation zu klagen. Aber darauf hat er keine Lust. „Da schone ich lieber meine Nerven. Außerdem ist mir der Titel nicht wichtig genug.“ Kambs hatte sich erst einen Abend vor der Wahl zur Teilnahme entschlossen und sich nicht mit den Teilnahmebedingungen beschäftigt. „Eigentlich wollte ich die Wahl nur nutzen, um ein bisschen Werbung für meinen Sport zu machen.“ Denny Kambs ist nämlich nicht nur Fitnesstrainer, sondern auch professioneller Stand-up-Paddler und trainiert zurzeit in einem Camp auf Fuerteventura. Erst in der kommenden Woche kehrt er nach Deutschland zurück.

Es ist das erste Mal in der langen Geschichte der Schönheitswahlen, dass ein Mister disqualifiziert wurde. Eine Entschuldigung kommt nun von der Geschäftsleiterin der Miss Germany Cooperation: „Es tut uns tierisch leid. Das Team vor Ort hat einen großen Fehler gemacht und die Angabe übersehen“, sagt Ines Klemmer. Das hilft dem Ex-Mister aber nicht weiter. „Wir können bei ihm keine Ausnahme machen und ihm den Titel lassen. Das wäre inkonsequent“, erklärt die Geschäftsleiterin. Seine Preise darf Kambs aber behalten. Die seien bei Mister-Wahlen „eh nicht so wertvoll“. Es sei hauptsächlich Kosmetik gewesen. Zur Mister-Germany-Wahl kommende Woche fährt nun der Zweitplatzierte Tony Eberhardt aus Neubrandenburg. Er kämpft dann im Van der Valk Resort Linstow um den Titel „Mister Germany“.

Dass das Team der Miss Germany Cooperation einen Fehler gemacht hat, liegt vermutlich daran, dass sich Anfang des Jahres die Teilnahmebedingungen änderten. Während es noch vor einem Jahr egal war, ob die Männer Kinder haben oder verheiratet sind, müssen Männer nun genau wie Frauen kinderlos und unverheiratet sein. Das hatte die Gleichstellungsbeauftragte Helga Rausch aus Kiel gefordert. „Da es schwierig ist, genug Männer zu den Wahlen zu bewegen, gab es für sie weniger strenge Regeln. Das mussten wir aber aus Gründen der Gleichberechtigung ändern“, erklärt Ines Klemmer. Eine Änderung, die sie nicht ausschließlich gutheißen kann. „Denn wir müssen mittlerweile um jeden Mann kämpfen.“ Bei der Wahl zum Mister MV gab es fünf Anwärter. Miss MV wollten hingegen elf Damen werden. Sie müssen kinderlos und unverheiratet sein. Es gibt eine klare Altersbegrenzung, und auch Nacktfotos dürfen die Teilnehmer nicht veröffentlicht haben.

Denny Kambs ist der Spaß an den Schönheitswahlen jedenfalls gründlich vergangen: „Es war das erste Mal, dass ich bei so etwas mitgemacht habe – und mit Sicherheit auch das letzte Mal.“

Carolin Riemer

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