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Mit Kuschelkissen und Hansa-Fahne in den Mali-Einsatz

Hagenow/Hannover Mit Kuschelkissen und Hansa-Fahne in den Mali-Einsatz

Mit Rockmusik und Kuschelkissen nach Mali: Der Kampf gegen den Terror hat längst internationale Dimensionen angenommen . Das wissen auch Oberfeldwebel Daniel L.

Hagenow/Hannover. Mit Rockmusik und Kuschelkissen nach Mali: Der Kampf gegen den Terror hat längst internationale Dimensionen angenommen . Das wissen auch Oberfeldwebel Daniel L. (28) und der Oberstabsgefreite Paul Werner G. (29) vom Panzergrenadierbataillon 401 in Hagenow, 30 Kilometer südwestlich von Schwerin. Die beiden Soldaten aus Mecklenburg-Vorpommern haben schon mehrere Auslandseinsätze hinter sich. Daniel L. war bereits dreimal, Paul Werner G. zweimal in Afghanistan. „Mali ist für uns was Neues“, sagt Daniel L. Als Spezialist für Sprengfallen meint er mit Blick auf die gefürchteten Selbstmordattentäter: „Die kämpfen dort ähnlich wie in Afghanistan, man kann es 1:1 übertragen“. Wie all ihre Kameraden wurden beide intensiv auf den Einsatz vorbereitet, sowohl in Landeskunde wie in medizinischer oder psychologischer Hinsicht. Wichtig sind geistige und körperliche Fitness.

Die größte Bundeswehreinheit im Nordosten, die Panzergrenadierbrigade 41 „Vorpommern“, wird in diesem Jahr an insgesamt vier Auslandseinsätzen teilnehmen. Soldaten der sechs Bataillone stellen maßgebliche Teile der Militärkontingente im Kosovo, in Afghanistan sowie in Mali und Somalia, wie ein Sprecher der Brigade in Neubrandenburg mitteilt. Die Einheiten, die zur 1. Panzerdivision gehören, werden heute mit einem Festakt in Hannover verabschiedet. Die nach dem Umzug von Hannover nun komplett in Oldenburg (Niedersachsen) stationierte 1. Panzerdivision koordiniert seit dem 1. März die Auslandseinsätze des Heeres.

Die Hagenower werden im Rahmen des internationalen Minusma-Einsatzes am Rande der Sahara im westafrikanischen Staat Mali den Kampf gegen Islamisten verstärken. Einer der neuen Luftwaffen-Transporter vom Typ A400M wird sie zunächst in die Hauptstadt Bamako bringen, dann geht es zu Lande weiter in die historische Stadt Gao.

Deren Name steht wegen seiner Baudenkmäler auf der Liste des Weltkulturerbes — doch er steht auch für Islamisten, Drogen und Waffenschmuggel. Für die Tuaregs ist Gao das Sprungbrett für die Wüsten-Durchquerung, für viele Flüchtlinge ein wichtiger Knotenpunkt auf dem Weg nach Europa.

Bis zu 650 deutsche Soldaten sollen Malis Streitkräfte beim Kampf gegen Terroristen und Rebellen im Rahmen der seit 2013 laufenden Minusma-Friedenssicherungsmission unterstützen.

Ein Lager dieser 9000 Mann starken UN-Friedenstruppe war Anfang Februar direkt angegriffen worden — nach UN-Angaben starben fünf Blauhelme. Die Terrorgruppe Ansar Dine bekannte sich zu dem Angriff und begründete die Tat mit dem Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck in dem Land. Gauck befürwortet eine größere Offenheit für Auslandseinsätze der Bundeswehr — auch wenn er betont, die Probleme der Welt könnten nicht nur durch militärische Mittel gelöst werden.

In der Regel vier Monate am Stück sind die deutschen Soldaten im Ausland stationiert. Für die Familien, die zurückbleiben, eine schwierige Zeit. „Sie haben große Bedenken, wie bei den anderen Auslandseinsätzen auch“, sagt der Oberstabsgefreite Paul Werner G., der neben Familienfotos auch eine Hansa-Fahne seines geliebten Fussballklubs im Gepäck hat.

Sein Kamerad Daniel L. kann sein Haupt auch unter Afrikas Sternenhimmel weich betten: „Ich habe das Kuschelkissen meiner zweijährigen Tochter dabei“, erklärt er. Skype- und Telefongespräche werden in den kommenden Monaten der einzige Kontakt zu ihr bleiben. „Abstriche muss man machen in einer Soldatenbeziehung“, sagt der junge Soldat. Was er sonst noch mitnimmt?

„Rockmusik“, sagt er: „Musik ist ganz, ganz wichtig für uns.“

OZ

Von Ralf E. Krüger

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