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MV aktuell Mit der ersten Frühlingssonne kommen die Pollen geflogen
Nachrichten MV aktuell Mit der ersten Frühlingssonne kommen die Pollen geflogen
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00:00 27.02.2016
Die Pollensaison ist angebrochen. Hasel und Erle blühen schon. Quelle: dpa

Den ein oder anderen kribbelt es vielleicht schon in der Nase: Dieser Tage setzen die ersten Pollen zum Höhenflug an. Während sich viele Menschen nach dem dunklen Winter über die länger werdenden Tage freuen, reagieren Allergiker empfindlich auf die ungeliebten Frühlingsboten. „In den letzten Tagen hat vor allem die Belastung mit Erlenpollen zugenommen“, sagt Kai Gloyna, der beim Landesgesundheitsamt in Rostock die aktuellen Pollenflugvorhersagen erstellt.

Wie stark sich die Belastung in den nächsten Tagen und Wochen entwickelt, hängt vor allem vom Wetter ab, sagt der Experte: „Wenn es warm und dazu noch windig ist, fliegen besonders viele Pollen. Das kann innerhalb kürzester Zeit sehr zunehmen — allerdings ist es dann auch schneller vorbei.“ Bei Regen dagegen können die Heuschnupfengeplagten aufatmen. „Der Wettertrend der nächsten zwei Wochen lässt zumindest keine überdurchschnittliche Belastung erwarten“, prognostiziert Gloyna.

Wer sich nicht sicher ist, ob seine Triefnase vielleicht Folge der letzten Wintererkältung ist oder ob er doch unter Heuschnupfen leidet, sollte auf folgende Symptome achten: „Die Nase schwillt zu und läuft, die Augen sind trocken und jucken“, beschreibt Dr. Christian Ginzkey, stellvertretender Direktor der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik am Uni-Klinikum Rostock, die typischen Anzeichen für Heuschnupfen. „Bei vielen Patienten reagieren auch die Lungen. Das kann zu Kurzatmigkeit und trockenem Reizhusten führen.“

Schützen kann man sich vor den mikroskopisch kleinen Pollen nicht völlig, aber doch Abhilfe schaffen, rät Ginzkey: „Ein Pollenfilter im Auto und spezielle Filter vor den Fenstern bringen schon viel.“

Wenn man abends nach Hause kommt, sollte man gleich die Kleider wechseln und sich die Haare waschen. Ohne Medikamente geht es aber oft nicht: „Antihistaminika sind das Mittel der Wahl, auch Augentropfen und Nasenspray mit Cortison“, sagt Ginzkey. „In schweren Fällen verschreiben wir auch Cortisontabletten.“ Für Kinder und schwangere Frauen gebe es spezielle unbedenkliche Medikamente.

Wenn der Heuschnupfen immer wiederkehrt, sollte man sich überlegen, ob eine sogenannte Hyposensibilisierung in Betracht kommt, rät der Mediziner. „Dabei wird dem Immunsystem wieder beigebracht, dass ein Pollen nichts Gefährliches ist.“ Bisher nutzen laut Ginzkey nur etwa fünf Prozent aller Betroffenen diese Möglichkeit. „Bei etwa 80 Prozent würde eine Hyposensibilisierung etwas bringen.“

Schlechte Karten hätten allerdings Patienten, die gleich gegen viele verschiedene Pollen überempfindlich sind. „Aber auch in solchen Fällen kann eine Behandlung hilfreich sein, denn sie kann verhindern, dass sich noch zusätzliche Überempfindlichkeiten entwickeln oder der Patient Asthma bekommt“, sagt Ginzkey.

Pollenexperte Gloyna rechnet damit, dass Erlen- und Haselpollen noch bis Ende März unterwegs sein werden. Voraussichtlich Mitte April folgt dann die Birke als nächster wichtiger Heuschnupfen-Auslöser. Der Pollenkalender und die aktuelle Pollenflugvorhersage für MV sind auf der Internetseite des Landesamts für Gesundheit und Soziales zu finden.

• Pollenauskunft:

www.lagus.mv-regierung.de

Kein Entkommen vor der Birke

Allergiker könnten in diesem Jahr mehr Probleme mit Birkenpollen bekommen als zuvor. Nach Einschätzung der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst wird die Belastung der Luft mit den Pollen des Baums besonders stark ausfallen. Der Blühbeginn der Birke wird dieses Jahr je nach Region von Mitte bis Ende März erwartet. Birkenpollen gelten als besonders aggressiv. Die Bäume geben innerhalb kurzer Zeit sehr viele ihrer Pollen frei.



Axel Büssem

Die Heuschnupfensaison beginnt / Erle und Hasel sind jetzt schon unterwegs / Häufiges Haarewaschen und Kleiderwechseln helfen

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