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Mit drei Sprüngen in einen sicheren Job

Schwerin Mit drei Sprüngen in einen sicheren Job

Jeder dritte Arbeitslose ist länger als ein Jahr ohne Beschäftigung / Bundesagentur will Problem mit einem „Dreisprung“ angehen

Schwerin. Die Bundesagentur für Arbeit will die Langzeitarbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern energischer bekämpfen. „Wir werden in Zukunft verstärkt auf präventive Ansätze abstellen“, sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord, Margit Haupt-Koopmann, gestern in Schwerin. Dort fand das 13. Arbeitsmarktfrühstück der Regionaldirektion mit rund 160 Teilnehmern aus Wirtschaft, Politik und Arbeitsverwaltung statt. Jeder dritte Erwerbslose im Nordosten sei im vergangenen Jahr langzeitarbeitslos gewesen, sagte Haupt-Koopmann. „Wir haben Handlungsbedarf.“

Sie kündigte einen „Dreisprung“ an. Begonnen werde bei den Jugendlichen: Sie sollen künftig möglichst flächendeckend von sogenannten Jugendberufsagenturen betreut werden, die ihnen Ansprechpartner für alle Fragen rund um Ausbildung, Jobsuche und begleitende soziale Unterstützung sein sollen. Bisher gibt es Jugendberufsagenturen in Rostock und dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Die Erfahrungen dort seien gut, sagte Haupt-Koopmann. Ziel sei, alle zu einem Berufsabschluss zu bringen. „Wir haben 6500 arbeitslose junge Menschen in Mecklenburg-Vorpommern“, verdeutlichte sie. „Zwei Drittel von ihnen haben keine abgeschlossene Berufsausbildung.“

Die zweite Säule zur Verhinderung von Langzeitarbeitslosigkeit sei die Weiterbildung älterer Arbeitnehmer, eine dritte die Gesundheitsprävention. Arbeitsförderung soll künftig mit Gesundheitsförderung einhergehen, sagte Haupt-Koopmann. Das Präventionsgesetz des Bundes eröffne der Arbeitsverwaltung neue Möglichkeiten. „Von den Hartz-IV-Beziehern haben mehr als 40 Prozent gesundheitliche Einschränkungen“, sagte sie. Das erschwere die Aufnahme einer Beschäftigung.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) appellierte an die Unternehmen im Nordosten, für gute Arbeit gute Löhne zu zahlen. Es sei nicht gut für die Außendarstellung in MV, wenn es als Land mit dem niedrigsten Lohnniveau bekannt sei, sagte er. Wenn Firmen erfolgreich bleiben wollen, müssten sie das Fachkräfteproblem lösen – den Unternehmern müsse klar sein, dass sich der Arbeitsmarkt grundlegend verändert habe. Ordentliche Löhne seien eine Voraussetzung. „Wir müssen da zu Steigerungen kommen“, sagte Sellering. Dabei könne mehr Tarifbindung helfen.

Iris Leithold

OZ

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