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Mutige Passantin stoppt Schlägerei in Schwerin

Schwerin Mutige Passantin stoppt Schlägerei in Schwerin

In der Schweriner Innenstadt ist es erneut zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen junger Leute gekommen.

Schwerin. In der Schweriner Innenstadt ist es erneut zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen junger Leute gekommen. Dabei sollen zehn Deutsche auf der einen Seite sowie sechs Zuwanderer auf der anderen Seite auf dem Boulevard nahe des Marienplatzes aufeinander losgegangen sein, sagte gestern ein Polizeisprecher. Ein 18-jähriger Schweriner habe dabei einen Teleskopschlagstock eingesetzt. Eine mutige Passantin war jedoch beherzt eingeschritten: Die Frau konnte dem Täter das Schlagwerkzeug abnehmen und an die Polizei übergeben. Verletzt wurde niemand.

 

OZ-Bild

Die Polizei fährt verstärkt Streife in der Schweriner City.

Quelle: Foto: C. Kettler

Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei gegen alle Beteiligten wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs im besonders schweren Fall. Gerade auf dem und um den Marienplatz herum war es in den letzten Monaten immer wieder zu Schlägereien gekommen. Deshalb soll der Platz von April an für zunächst sechs Monate videoüberwacht werden.

Die Hintergründe der jüngsten Schlägerei lagen gestern noch im Dunkeln. Ein politisch motivierter Hintergrund könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen, aber auch nicht bestätigt werden, erklärte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Rostock: „Wir ermitteln in jede Richtung.“ Offen sei auch noch, von welcher Gruppe die Aggression ausging.

Nachdem die Polizei alarmiert worden war, konnten die Beamten neun Männer und eine Frau im Alter von 14 bis 28 Jahren festnehmen, die der deutschen Gruppe zugeordnet werden konnten. Diese Gruppe sei von der Polizei zur Anhörung mitgenommen worden. Bei einem der deutschen Tatverdächtigen sei ein Schlagstock beschlagnahmt worden. Von den zehn Deutschen seien neun wegen verschiedenster krimineller Delikte polizeibekannt. Die reichten von Drogen bis zu „Gewalttäter Sport“. Sieben seien zum Tatzeitpunkt alkoholisiert gewesen.

Die etwa sechs Mitglieder der anderen tatbeteiligten Gruppe seien in Richtung Marienplatz geflüchtet, ihre Identität ist noch unklar.

Der Marienplatz ist ein zentraler Knotenpunkt des Nahverkehrs in Schwerin und das Einkaufszentrum der Landeshauptstadt. Seit Sommer 2016 gab es immer wieder Zusammenstöße zwischen jungen Migranten, aber auch Angriffe Rechtsextremer auf Zuwanderer. Bei einer Schlägerei unter rund 30 Zuwanderern wurden Mitte Januar mehrere Menschen verletzt. bs

OZ

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