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MV aktuell Mysteriöser Fund auf Rügen: OZ lüftet das Geheimnis des Klumpens
Nachrichten MV aktuell Mysteriöser Fund auf Rügen: OZ lüftet das Geheimnis des Klumpens
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13:13 28.11.2018
Der Ursprung dieses mysteriösen Objektes vom Kap Arkona ist geklärt. Quelle: Wiebke Dresel
Putgarten

Wo kam es her und wozu diente es? Das am Blockstrand vor Fernlüttkevitz am Kap Arkona gefunden Objekt beschäftigte nach der Veröffentlichung in der OSTSEE-ZEITUNG Tausende. Die Internetgemeinde überbot sich mit Spekulationen, schrägen Ideen und ernst gemeinten Lösungsansätzen. Auch die OZ hatte einige Ideen. Trotzdem blieb das Rätsel anfangs weiter ungelöst.

Der weiße mit braunen Kugeln durchsetzte Klebstoffklumpen war bereits am 8. November dem Umweltamt des Landkreises Vorpommern-Rügen gemeldet worden. Dort hatte man alle Hebel in Bewegung gesetzt, um herauszubekommen, worum es sich bei dem Objekt handelte (die OZ berichtete). Schließlich war am Dienstag sogar die endgültige Vernichtung des Materials auf Eis gelegt, die Reste waren bei dem Entsorger zwischengelagert worden. „Da wir immer noch nicht wissen, womit wir es hier zu tun haben, ist es vermutlich besser, wir warten mit der Entsorgung noch“, sagte Abfallüberwacherin Ute Fährmann vom Landkreis.

Klicken Sie hier, um zahlreiche Vorschläge unserer Leser auf Facebook zu sehen, worum es sich bei dem mysteriösen Klumpen handeln könnte, der an einem Strand auf Rügen gefunden wurde.

Gelege aus der Kreideküste?

Einige Tage, bevor das Umweltamt davon Wind bekommen hatte, fanden Mädchen und Jungen der Schule „Windland“ Altenkirchen das Objekt am Strand. Schon seit Jahren sind sie an Rügens Küsten unterwegs, um Müll zu sammeln. „Am 22. Oktober sind wir darauf gestoßen und haben gleich damit begonnen, Teile davon abzuklopfen und zur Entsorgung abzutransportieren. In einem Stück hätten wir es nicht bewegen können, dafür war es zu schwer“, sagte der stellvertretende Schulleiter Rolf Schernus. Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie rief die Schüler allerdings zurück und kümmerte sich danach um diese Angelegenheit.

Das rätselhafte Objekt vom Strand am Kap Arkona bestand aus einer klebstoffartigen Masse, die von Kugeln durchsetzt war. Diese wiederum hatten Styropor zum Inhalt.

Dass dieses Objekt von Schiffsteilen stamme, schloss Felix Zimmermann aus. Der Sprecher von Mukran Port erklärte, dass Passagierfähren nur mit geschlossenen Laderäumen in diesem Bereich unterwegs sind. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Stralsund vermutete, dass es sich um ein Gelege handelt, das aus der Kreideküste herausgebrochen wurde. „Es sieht nicht danach aus, dass dieses Teil aus einem Schiff kommt“, sagte der Leiter Holger Brydda. Er hatte sich mit dem Deutschen Meeresmuseum Stralsund in Verbindung gesetzt. „Wir gehen allerdings davon aus, dass es sich nicht um ein Tier handelt. Wir sind aber interessiert, dieses Objekt einmal zu besichtigen“, sagte Sprecherin Diana Meyn. Es käme auch in Betracht, dass es sich hierbei um ein Kunstprojekt handelte. Galerist Marcus Schramm aus Greifswald vertritt Künstler, die sich mit schwimmenden Werken beschäftigen. „Es ist ein spannendes Objekt. Ich kann aber ausschließen, dass der Urheber ein Künstler unserer Galerie ist“, sagte er.

Des Rätsels Lösung

Am späten Dienstagnachmittag ließ Nordstream-2-Sprecher Steffen Ebert dann die Bombe platzen. „Der rätselhafte Strandfund ist ein Teil einer beschädigten Boje, die vom Pipeline-Verlegeschiff ‚Audacia‘ verwendet wurde“, sagt er gegenüber der OZ. „Mit dieser Art von Bojen werden die Standorte der zehn Anker gekennzeichnet, mit denen sich das Pipeline-Verlegeschiff während der Rohrverlegung positioniert.“ Diese Spur hatte auch schon die Polizei verfolgt.

Nach Recherchen innerhalb des Unternehmens sei am 7. Oktober gegen 22 Uhr die Hülle einer Boje durch ein kreuzendes Ankerseil beschädigt worden, so dass ein Teil der Füllung abbrechen konnte (etwa 15 Prozent des Gesamtvolumens). Alle in der Dunkelheit sichtbaren Teile seien von der Crew eingesammelt worden. „Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass noch weitere kleine Teile angespült werden“, sagt Steffen Ebert.

Nordstream 2 bedauert diesen Vorfall sehr und hat sofort nach Bekanntwerden des Fundes durch die Berichterstattung in der OZ vom 27. November begonnen, dies mit dem für die Verlegung beauftragten Unternehmen Allseas auszuwerten. Die entstandenen Kosten für Bergung und Entsorgung werden selbstverständlich von Nordstream 2 übernommen.“ Für den Fall von weiteren Funden dieser Art bitten das Unternehmen um Benachrichtigung über die geschaltete Hotline: 0800 162 35 06.

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