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Mysteriöser Tod einer 29-Jährigen auf dem Dorf

Siedenbollentin Mysteriöser Tod einer 29-Jährigen auf dem Dorf

Bei Altentreptow gesteht ein Mann Verbrechen / Das Motiv ist unklar

Siedenbollentin. Ein mysteriöser Todesfall in einem kleinen Ort in der Nähe von Altentreptow hielt am Wochenende die Polizei auf Trab. Auf einem Acker am Rand des 600-Einwohner-Dorfes Siedenbollentin, 25 Kilometer entfernt von Neubrandenburg, bargen die Beamten am Sonntagvormittag nach längerer Suche die Leiche einer 29-jährigen Frau aus dem Ort. Ein Mann, 48 Jahre alt, ebenfalls aus Siedenbollentin, hatte zuvor gestanden, die Frau getötet zu haben. Zu möglichen Motiven schwieg sich die Polizei aus, ebenfalls dazu, in welcher Beziehung Opfer und mutmaßlicher Täter zu einander standen. Es blieb außerdem unklar, ob sich beide gekannt haben oder ob die Frau nur zufällig zum Opfer wurde.

 

OZ-Bild

Sonnabendnacht, kurz vor Mitternacht: Ein Anrufer aus Siedenbollentin meldet sich beim Notruf der Polizei. Er habe gesehen, wie ein Mann „eine hilflose Person“ in sein Auto lud. Wenig später klingelt es erneut in der Leitstelle. Wieder geht es um das kleine Dorf. Eine Frau aus dem Raum Malchow, 90 Kilometer entfernt, vermisst ihre Tochter, die in Siedenbollentin wohnt. Sie hatte offenbar kurz zuvor noch mit ihr gesprochen. „Ich bin hier“, soll die Tochter gesagt haben. Dann war die 29-Jährige plötzlich nicht mehr erreichbar, die Mutter machte sich Sorgen.

Die Beamten vermuten sofort einen Zusammenhang zwischen beiden Notrufen und leiten eine Fahndung nach dem Auto mit der hilflosen Person ein. Um 2.20 Uhr finden schließlich Ermittler in Siedenbollentin den leeren Wagen, 25 Minuten später den Fahrer, der sofort festgenommen wird. Von der 29-Jährigen fehlt jede Spur.

Mehrere Streifenwagen aus den umliegenden Revieren durchkämmen noch in der Nacht die Gegend. Acht Fährtensuchhunde gehen auf die Suche, der Kriminaldauerdienst schaltet sich ein. „Es waren weit mehr als 20 Beamte im Einsatz“, sagt Udo Koltermann, Polizeiführer vom Dienst im Polizeipräsidium Neubrandenburg.

Es sollte noch einige Stunden dauern, bis die Vermisste schließlich gefunden wird. Am Vormittag kommt die Wende: Der Festgenommene gesteht, die Frau getötet zu haben. Die Leiche habe er auf einem verwilderten Feld abgelegt, ganz in der Nähe seines Wohnhauses in einer kleinen Siedlung am Dorfrand. Nach diesem Hinweis wird die tote Frau gefunden. Auf welche Weise sie ums Leben kam, wollte die Polizei vorerst nicht mitteilen. „Wir warten noch die Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchung ab“, sagt Polizeiführer Koltermann. Die wird in der Abteilung für Rechtsmedizin in der Greifswalder Universitätsklinik durchgeführt. Die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg übernahm die Ermittlungen. Der 48-Jährige soll heute dem Haftrichter vorgeführt werden. Erst danach werden die Ermittler voraussichtlich weitere Einzelheiten bekannt geben.

Gerald Kleine Wördemann

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