Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Nach Bränden und Unfällen: FDP fordert Windrad-Tüv
Nachrichten MV aktuell Nach Bränden und Unfällen: FDP fordert Windrad-Tüv
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 10.09.2018
Auf einem Acker bei Grischow nahe Grimmen (Landkreis Vorpommern-Rügen) liegt eine umgestürzte Windkraftanlage. Quelle: Stefan Sauer/dpa
Rostock

Brennende Turbinen, gebrochene Flügel, abgestürzte Maschinenteile – Schäden an Windkraftanlagen sorgen für Aufsehen. Doch fallen diese Havarien tatsächlich ins Gewicht? Der Verband der Technischen Überwachungs-Vereine (VdTüv) sagt: Ja! Und fordert eine umfassende Prüfpflicht für Windräder: „Trotz erheblicher Gefahren und zahlreicher Unfälle werden bislang nur einzelne Teile dieser Anlagen nach völlig unterschiedlich geregelten Vorgaben geprüft“, kritisiert Tüv-Verbandschef Joachim Bühler.

In das Horn stößt auch die FDP in MV. Der Landesvorsitzende Michael vom Baur plädiert für „eine regelmäßige Wartung und Zertifizierung dieser Anlagen“ wie „bei jedem Lkw und jedem Schiff“. Nur so könne man einen „verantwortungsvollen Umgang mit der Betriebssicherheit“ gewährleisten.

Baur rechnet vor: Seit 2016 habe es in Deutschland 16 Brände, 15 Flügel- bzw. Gondelhavarien und 4 Turmschäden an Windrädern gegeben. Angesichts tonnenschwerer Anlagen und hoher Rotorgeschwindigkeiten bestehe ein „hohes Risikopotenzial für Personen und Bauten in der Umgebung“.

Auch in MV – hier stehen derzeit rund 2000 Windkraftanlagen auf dem Festland – kommt es zu Havarien. Anfang August brannte die Turbine einer Anlage bei Krackow (Vorpommern-Greifswald) aus. Im Januar und Mai fingen Windräder bei Löcknitz (Vorpommern-Greifswald) sowie Ganschendorf (Mecklenburgische Seenplatte) nach Blitzeinschlägen Feuer. Für Schlagzeilen sorgte ein Vorfall im Dezember 2016 bei Grimmen, als ein Windrad in 25 Metern Höhe abbrach und gewaltige Maschinenteile auf ein Feld stürzten.

Der Bundesverband Windenergie (BWE), der die Tüv-Forderung ablehnt, kennt die von der FDP vorgelegten Zahlen. „Man muss die 35 Schäden in Relation zu den rund 30 000 Anlagen in Deutschland setzen“, sagt Sprecher Christoph Zipf. Wenn es nur bei etwa einem Promille zu Vorfällen komme, zeige das doch, dass die Anlagen generell „sehr sicher“ seien.

Überhaupt mache eine „Vielzahl von Prüfungen“ die Anlagen „zu den sichersten Bauwerken in der vom Menschen geprägten Landschaft“, betont BWE-Geschäftsführer Wolfram Axthelm. Neben Bauüberwachung und Sicherheitsüberprüfung würden die Anlagen halbjährlichen Wartungen unterzogen. Axthelm: „Hinzu kommen alle zwei bis vier Jahre wiederkehrende Prüfungen durch anerkannte Sachverständige.“ Auch der Windenergie-Experte und Landeschef der Grünen, Johann Georg Jaeger, hält einen Windrad-Tüv für „unnötig“. Jaeger: „Die Versicherungen achten darauf, dass es ordnungsgemäße Wartungskonzepte gibt, weil sie sonst die Schäden bezahlen müssten.“ Ältere Anlagen, deren Hersteller nicht mehr am Markt sind, könnten allerdings detaillierter und häufiger geprüft werden.

Die Bundesregierung hat kürzlich Forderungen nach einem Windrad-Tüv abgelehnt.

Meyer Axel

Gäste-Minus auf Rügen / Andere Open-Airs legen zu

10.09.2018

Norden trifft Norden: OZ-Praktikantin Uliana Bondarenko vergleicht ihre Heimat mit ihrem deutschen Gastland

10.09.2018

Nach den Vorfällen in Chemnitz sieht sich die Partei weiter gestärkt / Spitzenmann Holm nennt Demos „würdevoll“

10.09.2018