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MV aktuell Nordstream 2 zum Fund auf Rügen: Das steckte in dem Klumpen
Nachrichten MV aktuell Nordstream 2 zum Fund auf Rügen: Das steckte in dem Klumpen
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18:25 28.11.2018
Am Pipeline-Verlegschiff „Audacia“ passierte der Unfall mit der Boje. Quelle: Allseas
Putgarten

Plötzlich geht jetzt alles ganz schnell: Während das Umweltamt des Landkreises, die Wasserschutzpolizei, die Umweltgruppe der Altenkirchener Schule und auch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) wochenlang versuchten, herauszufinden, womit sie es bei dem mysteriösen Objekt vom Strand am Kap Arkona zu tun hatten, werden auf einmal alle Fragen in nur 24 Stunden beantwortet.

Nachdem die OZ sowohl Print als auch Online dazu aufrief, Ideen zur Herkunft des weißen Klumpens mit den braunen Kugeln zu äußern, reagierte auch Nordstream 2 und verkündete, bei dem Objekt handele es sich um Bestandteile aus einer Kennzeichnungsboje, die bei einer Havarie beschädigt worden war.

Das rätselhafte Objekt vom Strand am Kap Arkona bestand aus einer klebstoffartigen Masse, die von Kugeln durchsetzt war. Diese wiederum hatten Styropor zum Inhalt.

Nun hat das Unternehmen auch die Zusammensetzung des Klumpens offenbart. „Die Bojenfüllung besteht aus eingefärbten Kugeln, die mit einem Kunststoff-Schaum (Polystyrol oder Polyurethan) gefüllt sind“, erklärt Nordstream-2-Sprecher Steffen Ebert. „Die Hohlräume zwischen den Kugeln sind wiederum auch mit diesem Kunststoff-Schaum gefüllt. Die verwendeten Kugeln werden eingefärbt, damit sie bei einer Beschädigung der Boje nicht zu Hunderten als weiße Punkte auf dem Wasser treiben und die Schifffahrt irritieren.“

Fachgerechte Entsorgung

Ähnliche Erläuterungen gibt es auch aus dem Stralsunder Landratsamt. „Die weiße Masse zwischen den Kugeln ist höchstwahrscheinlich ein Purschaum, dem Kugeln beigemischt werden, damit er besser aushärtet“, sagt Pressesprecher Olaf Manzke nach Rücksprache mit Umweltexperten der Kreisverwaltung. „Bojen wie die beschädigte finden zum Beispiel an Ankerplätzen im Offshorebereich oder bei Aquakulturen und Fischzucht auf offener See Verwendung.“ Das vom Umweltamt sichergestellte Material aus dem Objekt vom Kap-Arkona-Strand soll jetzt fachgerecht entsorgt werden. Da man laut Manzke davon ausgeht, dass kein Stoff des Klumpens für Gesundheit oder Umwelt eine Gefahr darstellt, wird das Material keiner Sonderbehandlung zugeführt.

Klicken Sie hier, um zahlreiche Vorschläge unserer Leser auf Facebook zu sehen, worum es sich bei dem mysteriösen Klumpen handeln könnte, der an einem Strand auf Rügen gefunden wurde.

Sanktionen muss Nordstream 2 nicht fürchten, wenngleich die Havarie nach Informationen aus dem Stalu durchaus hätte angezeigt werden müssen. „Das Ganze nicht zu melden, ist ein Verstoß gegen das Wasserrecht“, sagt der Leiter des Stalu Vorpommern, Matthias Wolters. „Das würde dann in den Bereich der Ordnungswidrigkeiten vorstoßen.“ Ob Sanktionen gegen das Unternehmen erlassen werden müssten, hänge vom Grad des entstanden Schadens für die Umwelt ab. Und den wiederum könne man eigentlich nur dann richtig einschätzen, wenn man die freigesetzten Materialen einer speziellen Laboruntersuchung unterziehe.

Havarie mit Boje

Diesen Aufwand will der Landkreis nicht betreiben, da ziemlich klar sei, womit man es zu tun habe. Deshalb müsse Nordstrem 2 auch keine Sanktionen fürchten. „Wir werden dem Unternehmen auch die Entsorgung nicht in Rechnung stellen, da es sich ja um normalen Abfall handelt“, sagt Olaf Manzke. Auch der Abtransport werde nicht dem Havarie-Verursacher aufgenackt, denn: „Wie sollte man den finanziell beziffern.“

Der Klumpen vom Blockstrand vor Fernlüttkevitz am Kap Arkona hatte für erhebliches Aufsehen gesorgt, nachdem er von den Altenkirchener Umweltschülern und Strandspaziergängern entdeckt worden war. Der Spekulationen über die Herkunft des Objektes waren Tür und Tor geöffnet, bis Nordstream 2 schließlich darüber informierte, dass es am 7. Oktober am Pipeline-Verlegschiff „Audacia“ einen Unfall gegeben hatte, bei der eine Boje durch ein kreuzendes Ankerseil beschädigt worden war. Teile des Bojeninhalts gerieten ins Wasser. Das meiste konnte geborgen werden, der aufgefundene Klumpen trieb allerdings ab und landete schließlich nach einem Sturm am Strand von Kap Arkona.

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