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MV aktuell Nach Stau-Sonntag: Kommt es noch schlimmer?
Nachrichten MV aktuell Nach Stau-Sonntag: Kommt es noch schlimmer?
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11:47 15.05.2018
Auf der A-20-Umleitung nahe Langsdorf staut sich der Verkehr. Am letzten Wochenende gab es hier lange Wartezeiten – bis zu drei Stunden. Das könnte sich am Pfingstwochenende wiederholen. Quelle: Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Rostock

Ist das der neue Normalzustand oder kommt es noch dicker? Das fragen sich viele nach dem „Super-Stausonntag“ am vergangenen Wochenende. Nichts geht mehr, hieß es an den zahlreichen Autobahn-Baustellen im Nordosten.

Bis zu 20 Kilometer Stillstand und Verzögerungen bei Hilfsbrücke für A 20 strapazieren die Nerven der Autofahrer.

Der ADAC Hansa fordert einen Baustellenkoordinator für Mecklenburg-Vorpommern, um die angespannte Situation zu entschärfen. Indes sind die Vorbereitungen für den Bau einer Behelfsbrücke am „Loch von Tribsees“ an der A 20 ins Stocken geraten.

Der Abreisetag nach dem langen Himmelfahrts-Wochenende „war erst ein Vorgeschmack, auf das, was noch kommen wird“, befürchtet Polizeisprecherin Ilka Pflüger von der Polizeiinspektion Stralsund.

Geschlagene drei Stunden brauchten Autofahrer aus Richtung Rügen am Sonntagnachmittag , um die Umleitung bei Tribsees (Vorpommern-Rügen) hinter sich zu bringen. Auf Rügen selbst kam es auf der B 196 im Abreiseverkehr zu einem schweren Unfall mit vier Schwerverletzten. Sehr viel Geduld war auch auf der A 19 in Richtung Berlin nötig. Hier gab es neben dem üblichem Stau an der Petersdorfer Brücke kilometerlangen Stillstand zwischen Röbel (Mecklenburgische Seenplatte) und dem Kreuz Wittstock in Brandenburg.

Landesweiter Spitzenreiter war die A 24: 20 Kilometer lang stand der Verkehr Richtung Hamburg zwischen Wöbbelin und Hagenow (Ludwigslust-Parchim) still, so das Polizeipräsidium Rostock. Auslöser auch hier: eine Baustelle.

„Uns steht ein anstrengender Sommer bevor“, sagt Sprecher Hans Pieper vom ADAC Hansa. Bereits 2017 wurden auf den Autobahnen im Nordosten 4800 Staukilometer gemessen, 20 Prozent mehr als Vorjahr. Der Verkehrsclub spricht sich für einen Baustellenbeauftragten nach Hamburger Vorbild aus, der die Arbeiten zwischen Gemeinden und Kreisen koordiniert, um ein Baustellenchaos wie derzeit in und um Rostock zu vermeiden. Die Zahl der Staukilometer dürfte 2018 unterdessen noch einmal zulegen, wegen des Tribsees-Kraters. Denn dort geht es scheinbar nicht so zügig voran, wie erhofft: Das Vergabeverfahren für die Gründungsarbeiten für die Behelfsbrücke wurde aus formalen Gründen aufgehoben, teilt das Schweriner Verkehrsministerium mit. Ursprünglich sollte die Brücke im Herbst stehen.

„Ziel ist es, die Behelfsbrücke so bald wie möglich verfügbar zu machen“, heißt es schwammig aus dem Ministerium. Bis zur geplanten Inbetriebnahme der Behelfsbrücke würden sich Staus nicht vermeiden lassen.

„Ich halte Weihnachten für realistisch“, meint Harmut Kolschewski, Bürgermeister der vom Umleitungsverkehr betroffenen Orte Langsdorf und Böhlendorf. Dort gibt es neue Probleme: Autofahrer benutzen Waldeinfahrten und Parkplätze als Toilette. Nun sollen Schilder errichtet werden, die auf die nahe Raststätte „Lindholz“ verweisen.

Tobias Woitendorf vom Landestourismusverband glaubt nicht, dass es noch mehr Stau gibt. Gründe für die Staus seien auch die spezielle Feiertagskonstellation und die insgesamt hohe Auslastung zu Himmelfahrt gewesen. Der Urlauber-Verkehr am Herrentags-Wochenende sei so stark wie an Reisetagen im Juli.

Heißes Wochenende auf den Straßen

Am kommenden Wochenende drohen lange Staus auf den Fernstraßen. Autofahrer fast aller Bundesländer sind unterwegs, sei es für ein verlängertes Pfingstwochenende wie z.B. in Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen, wo nach Pfingstmontag, 21. Mai, noch ein Tag schulfrei ist. Andere fahren in den Urlaub: Baden-Württemberg und Bayern starten in zweiwöchige, Nordrhein-Westfalen in einwöchige Ferien. Daher ist die Staugefahr im Süden Deutschlands auch besonders groß. Die massivsten Verkehrsstörungen sind am Freitagnachmittag, 18. Mai, und Pfingstmontag, 21. Mai, zu erwarten.

Gerald Kleine Wördemann

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