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MV aktuell Nach Streit: Statue in Neubrandenburg enthüllt
Nachrichten MV aktuell Nach Streit: Statue in Neubrandenburg enthüllt
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20:48 29.11.2018
Das Karl-Marx-Denkmal, das 1969 aufgestellt und 2001 abgebaut und eingelagert wurde, wurde am Donnerstag an seinem neuen Standort enthüllt. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Neubrandenburg

Nach jahrelangem Streit um einen geeigneten Standort hat die ehemalige DDR-Bezirksstadt Neubrandenburg wieder ein Karl-Marx-Denkmal. Die etwa 2,20 Meter große Bronzefigur wurde am Donnerstagabend vor rund 80 Schaulustigen enthüllt. „Schön, dass so viele gekommen sind, um Marx an seinem neuen Standort willkommen zu heißen“, sagte Stadtpräsidentin Irina Parlow (Linke). Einige Gäste legten Rosen nieder.

Das Denkmal steht nun am Schwanenteich, einem kleinen Park außerhalb des Zentrums am dreispurigen Friedrich-Engels-Ring. „Der Engels-Ring liegt inhaltlich am nächsten zu Marx“, hatte Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) die Standortwahl  begründet. Für eine Wiederaufstellung im Zentrum hatte sich keine Mehrheit gefunden.

Denkmal stand auf dem Marktplatz

Das Auftragswerk des Berliner Bildhauers Gerhard Thieme (1928-2018) stand von 1969 bis nach 1990 auf dem Marktplatz, dem damaligen Karl-Marx-Platz, wo auch Kundgebungen der sozialistischen Führung stattfanden. Später wurde die Figur wenige Meter weiter neben die Bibliothek versetzt, die zum Haus der Kultur und Bildung gehört, einem Denkmal sozialistischer Architektur. 2001 wurde das „Marx-Kunstwerk“ wegen eines Defektes aus Sicherheitsgründen eingelagert.

Dann begann der Streit über den Umgang mit dem DDR-Symbol. Linke und Einwohner hatten immer wieder die Neuaufstellung thematisiert, aber keine Mehrheit gefunden. Zuletzt hatte der Oberbürgermeister mit dem Vorschlag, „Marx“ waagerecht schwebend aufzustellen, überregional für Aufsehen gesorgt. „Wir haben es sogar ins "Zeit"-Magazin und in englische Medien geschafft“, sagte Witt. Auch er bekam keine Mehrheit.

Spende ermöglichte Wiederaufstellung

Die Wiederaufstellung wurde auch durch eine 10.000-Euro-Spende eines Neubrandenburger Paares für genau diesen Zweck möglich. Irgendwann werde es wieder eine Debatte um den Marx-Standort geben, sagte Parlow.

Winfried Wagner/dpa