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MV aktuell Nach Unwettern: Blumen können teurer werden
Nachrichten MV aktuell Nach Unwettern: Blumen können teurer werden
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02:26 08.07.2016
Solche Unwetter wie südwestlich der Elbe gab es in MV in den letzten Monaten zum Glück nicht.“ Eckhard Heinemann, Grönfingers Rostock

Nicht nur die Petersilie hat unter den Wetterkapriolen der letzten Wochen gelitten: Dank Starkregen, Orkanböen und Überflutungen müssen Hobbygärtner und Blumen-Liebhaber in Mecklenburg-Vorpommern für neue Pflanzen etwas tiefer in die Tasche greifen. Schon jetzt kann es in Gartencentern, Pflanzen- und Blumengeschäften bei bestimmten Produkten teurer werden.

Christin Oberzig (35), Mitarbeiterin im Rostocker Gartenfachmarkt Grönfingers, zeigt einen Strauß Gerbera. Fotos (4): Frank Söllner

„Der Regen hat sich auf die Qualität der Schnittblumen ausgewirkt. Manche Produzenten müssen aussortieren, weil die Blüten angegriffen sind“, erklärt Nicola Fink vom Fachverband der Deutschen Floristen. Schon jetzt seien Freiland-Blumen teurer geworden. Zudem erhöhe Wasser, das lange auf den Feldern stehe, das Erkrankungsrisiko bei Pflanzenkulturen. „Kommt es so zu Ertragsausfällen, könnten die Preise steigen“, sagt Nicola Fink. Sie geht davon aus, dass die Preise auch für andere Pflanzen anziehen werden. Unwetter hätten vielerorts Felder überflutet und Gewächshäuser zerstört.

Vor allem der Westen und Süden Deutschlands ist davon betroffen.

In MV sehen Blumen-Produzenten und Großhändler die Situation unterschiedlich. In Norddeutschland würden die Folgen der Unwetter die Preise beeinflussen, sagt Anja Schneider aus der Geschäftsführung der Nordflor Blumenhandel Barth GmbH. Zurzeit seien besonders Nelken, Rosen sowie Blauweiderich gefragt. Die Freilandpflanzen stammen aus anderen Teilen Deutschlands. So wie große Teile der Stauden, etwa Heidepflanzen, die Nordflor vom Niederrhein beziehe. Dort haben Hagel und Starkregen große Schäden angerichtet. „Das hat richtig wehgetan“, sagt Anja Schneider.

Der Landesverband Gartenbau Rheinland geht davon aus, dass durch die Unwetter bei mehr als 100 Betriebe allein am Niederrhein ein Gesamtschaden von fünf Millionen Euro entstanden ist.

Dabei gebe es jedoch große regionale Unterschiede, betont Eckhard Heinemann, einer der beiden Geschäftsführer der Grönfingers Rostock Gartenfachmarkt GmbH. „Solche Unwetter wie vor allem südwestlich der Elbe gab es in Mecklenburg-Vorpommern in den letzten Monaten zum Glück nicht.“ Deshalb rechne das Unternehmen nicht mit sinkenden Umsätzen. Außerdem: „Alles, was wir verkaufen, produzieren wir selbst“, sagt Heinemann. Zudem sei die Pflanzsaison vorbei, von April bis Juni gab es die größte Nachfrage. Und: Die meisten Schnittblumen würden aus aller Welt stammen. Auch die Sundflor GmbH Stralsund ist von den Auswirkungen der Unwetter nicht betroffen, heißt es aus der Geschäftsleitung. „Preisanstiege bei Schnittblumen werden die Kunden im Nordosten nicht spüren“, sagt Michael Bergmann, Geschäftsführer des Landesverbandes Nord Deutscher Floristen. Mit Vierlande in Hamburg gebe es ein großes, eigenes Anbaugebiet für Blumen und Gemüse in der Region.

Laut Gartenbauverband Nord haben viele Gärtnereien angesichts des globalen Wettbewerbs in den letzten Jahren die Produktion von Schnittblumen eingestellt.

Bernhard Schmidtbauer

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