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Nach Zwischenfällen: Rostocker Asylhaus wird geräumt

Rostock Nach Zwischenfällen: Rostocker Asylhaus wird geräumt

Seit Monaten gärt es im Rostocker Stadtteil Groß Klein rund um eine Unterkunft für jugendliche Flüchtlinge.

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In dieser Einrichtung im Rostocker Schiffbauerring waren unbegleitete syrische Flüchtlinge untergebracht.

Quelle: Frank Söllner

Rostock. Seit Monaten gärt es im Rostocker Stadtteil Groß Klein rund um eine Unterkunft für jugendliche Flüchtlinge. Aggressive Proteste von rechten Gruppen, linke Gegendemonstrationen und mehrere Fälle von sexueller Belästigung hatten die Stimmung immer weiter aufgeheizt. Jetzt lässt Rostocks Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) die Luft aus dem Kessel: Die rund zwei Dutzend Jugendlichen werden in andere Unterkünfte verlegt. Bockhahn ließ gestern eine Erklärung verbreiten: „In den vergangenen Wochen ist es in Groß Klein leider immer wieder zu gegenseitigen gezielten Provokationen und auch zu gegenseitigen unangemessenen Reaktionen gekommen. Daher habe ich entschieden, die Jugendlichen aus den Wohngruppen bis auf Weiteres an anderen Standorten zu betreuen.“

Die Maßnahme war offenbar mit Polizei und dem Schweriner Innenministerium abgesprochen. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sagte gestern: „Die Polizeiinspektion Rostock hatte von Anfang an Bedenken, die das Innenministerium auch teilte, gegen die Standortwahl. Deshalb hat das Innenministerium der Stadt Rostock geraten, die unbegleiteten minderjährigen Ausländer aus der Einrichtung in Groß Klein zu nehmen.“ Kritik kommt unter anderem vom Rostocker Bürgerschaftsabgeordneten Torsten Sohn (Grüne): „Ich bedauere diese Entscheidung, das ist eine Katastrophe für den Stadtteil.“ In der Unterkunft hätten die ohne Eltern angekommenen Jugendlichen aus Syrien und anderen Ländern gut mit deutschen Kindern aus Problemfamilien zusammen gelebt.

Er sehe in Groß Klein keine gegenseitigen Provokationen, betonte Sohn, der auch in der Initiative „Rostock nazifrei“ engagiert ist. „Vielmehr haben die Gegner den Trägerverein immer wieder gezielt aufgesucht und teilweise mit 20 bis 40 Personen regelrecht belagert.“

Mehrfach standen sich rechte und linke Demonstranten gegenüber und mussten von den Beamten getrennt werden.

Im Stadtteil war es auch mehrfach zu körperlichen, auch sexuellen, Übergriffen gekommen, bei denen Flüchtlinge als Täter verdächtigt wurden. Anfang Juli sollen drei Afghanen zwei 14-jährige Mädchen angetanzt und begrapscht haben. Zuletzt soll am vergangenen Sonnabend ein 14-jähriger Afghane eine 18-Jährige angegriffen haben.

Axel Büssem

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