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MV aktuell Nach tödlichem Laptop-Brand: Warnung vor Feuerfallen
Nachrichten MV aktuell Nach tödlichem Laptop-Brand: Warnung vor Feuerfallen
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00:05 21.02.2017

Nach dem tödlichen Feuer am Wochenende in Groß Laasch (Ludwigslust-Parchim) gibt es wohl keine Zweifel mehr an der Brandursache: Ein Laptop überhitzte derart, dass in der Nacht gegen 1 Uhr ein Schwelbrand entstand, der zunächst auf das Mobiliar und dann auf das gesamte Obergeschoss eines Einfamilienhauses übergriff. Zwei Bewohner starben (die OZ berichtete). Die Obduktion ist für heute angesetzt.

Laut Landesbrandmeister Hannes Möller kommt es in MV immer wieder zu Bränden durch fehlerhafte oder falsch bediente Elektrogeräte. „Die Zahl der Geräte im Haushalt nimmt immer weiter zu und damit auch die potenziellen Gefahren“, sagt Möller. „Und viele Nutzer wissen gar nicht um die Risiken.“ Ein weit verbreiteter Fehler sei etwa, zu viele Geräte an eine Steckerleiste anzuschließen, weil die Steckdosen knapp werden. Das kann zum Kurzschluss führen, warnt Möller, denn Steckerleisten sind nur für eine bestimmte Leistung ausgelegt. „Am besten sollte man Geräte immer direkt an einer Wandsteckdose einstecken.“

Viele Geräte vom Smartphone bis zum Laptop werden über Akkus betrieben, die regelmäßig aufgeladen werden müssen. „Laptops, die komplett aufgeladen sind oder nicht genutzt werden, sollten vom Strom genommen werden“, rät Möller. Auch andere Geräte sollte man während der Ladezeit im Blick haben. „Beim Aufladen über Nacht besteht immer ein gewisses Risiko“, so der Experte.

Bei älteren Geräten rät Möller, regelmäßig zu überprüfen, ob sie noch einwandfrei funktionieren. „Wenn sie heiß werden, sollte man sie konsequent nicht mehr betreiben.“ Das gelte auch, wenn Kabel und Leitungen beschädigt sind.

Ein weiterer Fehler liege darin, Geräte, Netzteile oder Kabel aus optischen Gründen zu „verstecken“: „So entsteht ein Wärmestau, der sich zum Feuer entwickeln kann.“ Grundsätzlich gelte: „Wer Gebrauchsanleitungen von Elektrogräten aufmerksam liest und sich auch an die Anweisungen hält, kann schon viele Risiken vermeiden“, betont der Brandmeister.

Schuldlos sind Verbraucher allerdings, wenn Geräte schon mit gefährlichen Mängeln ausgeliefert werden. So machte der Smartphone-Hersteller Samsung vor einigen Monaten Schlagzeilen, weil die Akkus seines neuen Galaxy Note 7 explodierten oder Feuer fingen.

Diese Problem ist laut Samsung inzwischen behoben, aber Akkus machen seit Jahren immer wieder Probleme. Die EU hat ein europaweites Schnellwarnsystem (Rapex) eingerichtet, durch das Risikoprodukte möglichst schnell aus dem Verkehr gezogen werden sollen. Für Deutschland gibt es eine eigene Liste des Bundesamts für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, die „Datenbank gefährliche Produkte in Deutschland“. Dort wurden alleine in den letzten zwei Jahren fünf Notebook-Akkus verschiedener Hersteller aufgeführt, von denen Gefahren ausgehen könnten.

Datenbank gefährliche Produkte: www.baua.de

Axel Büssem

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