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Nachtfröste bereiten Landwirten Sorgen

Rostock Nachtfröste bereiten Landwirten Sorgen

Obst, Gemüse und Zuckerrüben könnten unter Kälte leiden / Kleingärtner können Pflanzen schützen / Erdbeer-Hof deckt Felder ab

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Rostock. Die derzeit frostigen Temperaturen machen Landwirten und Kleingärtnern zu schaffen. Vor allem Obst- und Gemüsebauern sorgen sich um ihre Ernte. Den meisten wirtschaftlich bedeutenden Kulturen dürften die Nachtfröste allerdings nicht viel anhaben.

„Die Gefahr ist groß, vor allem in tieferen Lagen, in denen sich die kalte Luft sammelt“, sagt Klaus Wilke, Geschäftsführer der Erzeugerorganisation Mecklenburger Ernte in Wittenburg. „Nur wenige Betriebe haben eine Beregnungsanlage, um die Blüten und Knospen zu schützen.“ Die Investitionskosten seien sehr hoch und zudem werde dafür viel Wasser gebraucht.

Derzeit blühen unter anderem Süßkirschen, Aprikosen und Pfirsiche, die allerdings in MV keine größere wirtschaftliche Bedeutung haben – anders als der Apfel: „Der Apfel blüht noch nicht, aber er trägt Knospen“, sagt Rolf Hornig, Obstexperte bei der LMS Agrarberatung. Wenn die Knospe noch geschlossen sei, halte der Apfel bis -3 Grad aus, während die Blüten bei unter -1 Grad schon zu erfrieren drohten.

Besonders aufmerksam schaut man bei Karls Erdbeer-Hof in Rövershagen bei Rostock aufs Thermometer: „Ein wenig Sorgen machen wir uns schon“, sagt Geschäftsführer Robert Dahl. „Seit Tagen decken wir unsere Erdbeerfelder doppelt mit Flies ab, um sie vor der Kälte zu schützen.“ Das helfe bis -3 Grad. „Wir hoffen, dass es nicht noch kälter wird.“

Entspannter gehen die Ackerbauern mit dem Frost um: „Die Winterkulturen wie Raps oder Winterweizen kommen mit Frost gut zurecht“, sagt Frank Schiffner, Referent für Pflanzenproduktion beim Landesbauernverband MV. Der Mais wiederum sei noch nicht ausgesät oder keime noch nicht und sei daher auch nicht betroffen. „Nur die Zuckerrüben sind empfindlich, da sie derzeit in der Keimphase sind“, sagt Schiffner. Ab -4 Grad drohten ihr Frostverluste.

Auch Kleingärtner bangen um ihre Pflanzen. „Salat und Kohl sollte man jetzt abdecken und blühende Obstbäume beregnen“, empfiehlt Thomas Heinemann, Landesvorsitzender des Kleingärtnerverbands MV und Geschäftsführer des Gartenmarkts Grönfingers in Rostock. Wer Kartoffeln früh gesetzt hat, so dass das Grün bereits sprießt, sollte sie ebenfalls abdecken oder Erde anhäufeln.

„In Gewächshäusern, in denen jetzt die Tomaten und Gurken wachsen, darf man das Heizen nicht vergessen.“ Für Sommerblumen sei es bei dieser Kälte noch zu früh: „Sie gehen zwar nicht gleich ein, aber bekommen eine Wachstumsdepression“, warnt Heinemann. Erst bei Tagestemperaturen von 8 bis 10 Grad sei dies kein Problem mehr. Wer seine Balkonkästen schon bepflanzt hat, sollte die Blumen nachts mit einem Tuch abdecken.

Die meisten Gartenkräuter seien gegenüber leichtem Frost unempfindlich. „Nur Basilikum oder Minze müssen geschützt werden“, rät der Experte.

Axel Bã¼ssem

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