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MV aktuell Nadine vor Therapie: „Der Tod muss jetzt warten“
Nachrichten MV aktuell Nadine vor Therapie: „Der Tod muss jetzt warten“
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07:48 19.04.2013
Nadine Schröder mit ihrer Mutter Marlene und Kater Oscar. Quelle: Holger Vonberg

Wenn es Nadine Schröder besonders schlecht geht, verkriecht sich Kater Oscar. Doch in diesen Tagen nähert er sich wieder öfter der schwerkranken Frau aus Altenkirchen auf der Insel Rügen. Die 31-Jährige braucht Zuwendung. Und die bekommt sie. Von ihrer Mutter, von Kater Oscar, von der Hausärztin. Auch von Freunden, Bekannten und Hunderten fremden Menschen, von OZ-Lesern, die Geld auf ihr privates Spendenkonto überweisen.

Nadine hat ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), eine unheilbare und bislang wenig erforschte degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems. Rund 30 000 Euro benötigt die junge Frau für eine zumindest Linderung versprechende Stammzellen-Therapie, von der sie aus dem Fernsehen erfuhr und für die sie nach Israel fliegen müsste. Aus finanziellen Gründen konnte sie das bislang nicht.

Nachdem die OSTSEE-ZEITUNG vor Ostern über ihr Schicksal berichtet hatte, folgte eine Welle der Hilfsbereitschaft. Rund 26 000 Euro an Spenden kamen bislang zusammen.

Nadine Schröder kann es kaum fassen und schöpft mit jeder Mail, jedem Telefonat, mit jeder noch so kleinen Zuwendung neuen Lebensmut. „Der Tod war schon sehr nah an mir dran“, sagt sie und erinnert sich an den Tag, an dem sie die Diagnose und von einer maximalen Lebenserwartung von fünf Jahren erfuhr. „Plötzlich stimmte gar nichts mehr in meinem Leben. Alles, was ich mir erträumt hatte, war mit einem Schlag geplatzt: der Kinderwunsch, eine richtige Familie, das Glück überhaupt. Hätte ich an dem Tag allein im Auto gesessen — wer weiß. Aber der Tod, der muss jetzt warten“, sagt sie.

Seit Beginn der Spendenaktion kann Nadine wieder lächeln. Und sie hat etwas zugenommen. Auch wenn ihr seit mehr als acht Wochen die Kraft fehlt zu stehen oder gar durch die Wohnung zu gehen, sich zu kämmen oder allein zu waschen — sie kämpft und bietet der Krankheit die Stirn, auch, um mit Nachdruck auf das ALS-Forschungsdefizit in Deutschland zu verweisen.

Sie hatte kürzlich einen Anruf von einer Frau, deren Mann wegen dieser tückischen Krankheit inzwischen auf ein Beatmungsgerät angewiesen ist und nur über einen Computer kommunizieren kann, den er mit den Augen steuert. „Sie wollte mehr wissen über meinen Strohhalm der Stammzellentherapie, obwohl es ihrem Mann in dem Stadium vielleicht gar nicht mehr helfen würde. Auch sie bedauerte, dass zu wenig für die ALS-Forschung in Deutschland getan wird. Das lohne sich wohl nicht angesichts der relativ wenigen Fälle. Geld ist dafür nicht da.“

Nadine lässt ihre Befunde ins Englische übersetzen, um sie dann per E-Mail an die Spezialklinik in Tel Aviv zu schicken. Und sie kümmert sich um einen neuen Reisepass, denn der alte ist abgelaufen.

Und da die Krankenkasse nur den Transport zum Arzt bezahlt, kümmert sich Nadine allein um eine Fahrt nach Sassnitz, wo Abdrücke der beiden Zeigefinger für den Pass genommen werden.

Am vergangenen Wochenende wagte sich Nadine im Rollstuhl und in Begleitung ihrer Mutter Marlene vor die Tür. „Seit Monaten endlich wieder eine Ortskontrollfahrt“, sagt sie und lacht. „Vorher hatte ich Angst, so durch Altenkirchen geschoben zu werden. Jetzt wissen alle, was mit mir ist. Auch das hat mich stark gemacht.“

Summe fast komplett
500 Euro überwiesen Katrin und Wolfgang Fritz aus Brühl bei Köln auf Nadines Spendenkonto. Sie gehörten damit zu den ersten Spendern. Aus der OZ haben sie von Nadines Überlebenskampf erfahren. Katrin Fritz stammt von der Insel , deshalb haben sie die Rügener Lokalausgabe abonniert. Gerd-Rainer Eutin, Unternehmer auf Rügen, hat mehr als 1000 Euro überwiesen. Er fordert, dass die ALS-Forschung in Deutschland intensiviert wird. Spendenaktionen für Nadine liefen bereits in Hotels und während eines Reitturniers, wo 663,90 Euro gesammelt wurden. Noch fehlen 4000 Euro, 26 000 kamen schon zusammen.
Hilfe für Nadine Spendenkonto: Nadine Schröder Konto-Nummer: 103300269 Bankleitzahl: 130 910 54 Pommersche Volksbank

Holger Vonberg

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