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Naturschützer gegen Obergrenzen für Biber

Naturschützer gegen Obergrenzen für Biber

OZ sprach mit BUND-Landeschef Mathias Grünwald

Die Naturschutzorganisation BUND trifft sich zur Jahresversammlung plus Wahl des Landesvorstandes in Güstrow. Was nimmt sich der BUND für 2016 vor?

Mathias Grünwald: Im Mittelpunkt stehen Landwirtschaft, Naturschutz, Alleen- und Baumschutz und Energiewende. Bei der Landwirtschaft geht es vor allem um den Ausbau des Biolandbaus, der ebenso wie die konventionelle Landwirtschaft unter Preisverfall leidet. Gleichzeitig wenden wir uns gegen Industrialisierung der Landwirtschaft und Massentierhaltung.

Sie sind Professor für Tierökologie und Naturschutz an der Hochschule Neubrandenburg. Was können Sie in den BUND einbringen?

Grünwald: Mein ältestes Thema sind Käfer, vor allem Arten, die alte und abgestorbene Bäume besiedeln. Diese Arten sind bedroht, weil Alt- und Totholz oft beseitigt wird. Häufig gibt es Konflikte mit der Verkehrssicherungspflicht. Alleebäume werden teilweise gefällt, obwohl sie noch standsicher sind. Aber gerade freistehende Bäume sind ein wichtiger Lebensraum, weil sie mehr Wärme bekommen, was die Käfer lieben. Daher setzen wir uns dafür ein, dass wenigstens freistehende Bäume abseits der Straßen besser geschützt werden.

Der Wolf ist in MV zurück. Nicht alle sind damit einverstanden, weil er auch Schafe reißt.

Grünwald: Der Wolf erobert sich seinen alten Lebensraum zurück. Es muss aber geregelt werden, dass Tierhalter für den Verlust ihrer Tiere entschädigt und Schutzmaßnahmen gefördert werden. Eine reiche Gesellschaft wie unsere muss sich das leisten können. Wir können schlecht von den Indern verlangen, den Tiger zu erhalten, wenn wir es nicht schaffen, den Wolf zu schützen.

Auch der Biber sorgt für Ärger. Brauchen wir Obergrenzen?

Grünwald: Wenn die Standsicherheit von Deichen gefährdet ist, kann man Tiere einfangen und umsiedeln. Wenn Flüsse durch Biberdämme zu sehr aufgestaut werden, kann man Überläufe schaffen. Es gibt wie beim Wolf eine Vielzahl von Möglichkeiten jenseits von Obergrenzen.

Umweltschutz ist insgesamt ein wenig aus dem Blickfeld geraten. Merken Sie das auch beim BUND?

Grünwald: Im Gegenteil: Unser Verband ist gerade in den letzten drei Jahren stark gewachsen. In MV hatten wir den größten Mitgliederanstieg in ganz Deutschland. Das ist für mich ein Zeichen von wachsendem Umweltbewusstsein, vor allem bei jungen Menschen.

Von Interview von Axel Büssem

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