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Netzwerk hilft Flüchtlingen bei Arbeitssuche

Schwerin Netzwerk hilft Flüchtlingen bei Arbeitssuche

880 Ausländer beraten — jeder Fünfte fand Arbeit. Das bundesweite Projektende naht.

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Seit Anfang 2012 ist die Arbeit erst richtig gut in Fluss geraten.“Angela Leymannek, Netzwerk-Koordinatorin

Schwerin. Ein Netzwerk unterstützt in Mecklenburg-Vorpommern arbeitssuchende Flüchtlinge und führt sie mit Arbeitgebern zusammen. Das Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge (NAF) wird wie ähnliche Projekte in anderen Bundesländern seit 2008 aus dem Bundes-Sonderprogramm Xenos gefördert, das zum Jahresende mit der EU-Förderperiode 2008 bis 2013 ausläuft. Heute zieht das Netzwerk auf einer Festveranstaltung in Schwerin Bilanz seiner Arbeit.

Ob und wie es ab 2014 weitergeht, wissen die 16 Mitarbeiter noch nicht, sagte Netzwerk-Koordinatorin Angela Leymannek in Schwerin. Neues dazu wird erst Ende September beim großen Bundesnetzwerketreffen erwartet. Sie hofft auf Fortsetzung: „Seit Anfang 2012 ist die Arbeit erst richtig gut in Fluss geraten“, sagte sie. „Wir sind bekannt geworden, Partner und Unternehmen rufen an. Projekte brauchen Zeit.“

Landesweit haben Netzwerk- Mitarbeiter in der zweiten Projekthälfte seit 2010 mehr als 880 Flüchtlinge beraten. „Nicht alle wollen unsere Beratung oder brauchen sie“, sagte Leymannek.

Berater und Vermittler sind in Schwerin, Rostock und Neubrandenburg zu finden. Sie fahren in die Landkreise, besonders in die Gemeinschaftsunterkünfte. „Wir wollen nicht alles für die Flüchtlinge erledigen, wir wollen ihnen das Know- how mitgeben, wie sie für sich selbst sorgen können“, sagte Leymannek.

In der ersten Projekthälfte seien die Netzwerke durch fehlende Deutschkurse für Flüchtlinge ausgebremst worden. Daher habe der Bund die berufsbezogenen Sprachkurse auch für Flüchtlinge geöffnet. Wenn sie ins Land kämen, würden sie nach Sprachen und Berufsabschlüssen gefragt. Sie könnten einen Sprachkurs mit Praktikum belegen, der ihnen auch Berufsorientierung gebe. „Da sind die Arbeitgeber schon mit im Boot“, sagte Leymannek. Großen Bedarf hätten vor allem Hotels und Gaststätten, der Pflege- und der Dienstleistungsbereich. Eine Flüchtlingsfrau absolviere eine Ausbildung zur Erzieherin, ein junger Armenier werde Metallbauer. Vielen Männern aber dauert dieser Prozess zu lange. „Sie wollen schnellstmöglich Geld verdienen, ohne langwierige Kurse und Qualifizierungen“, sagte Leymannek.

629 Klienten des Netzwerks hätten in den letzten drei Jahren arbeiten dürfen, 123 seien in Arbeit vermittelt worden. Mit der Vermittlungsrate von fast 20 Prozent liegt M V im Ländervergleich zurück. Leymannek begründete dies vor allem mit der Strukturschwäche des Flächenlandes. Oft gebe es weite Wege zu den Arbeitsstellen, aber wenig öffentliche Verkehrsmittel auf dem Lande.

Die meisten betreuten Flüchtlinge kamen aus Afghanistan, Iran, Irak, Armenien, Russland und aus Syrien. 71 Prozent von ihnen haben eine Schule besucht. 70 Prozent haben keine Berufsausbildung.

 

Birgit Sander

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