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MV aktuell Neue Dimension im Streit um falsch deklarierte Öko-Eier
Nachrichten MV aktuell Neue Dimension im Streit um falsch deklarierte Öko-Eier
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02:25 24.03.2014

Die Ermittlungen sind komplex: Nachdem das Rostocker Landesamt für Landwirtschaft und Verbraucherschutz im März 2013 mehreren Höfen im Land die Vermarktung ihrer Öko-Eier untersagte, kamen ständig neue Ungereimtheiten in der Biobranche ans Licht. Dabei wurden auch gravierende Schwächen in der Öko-Kontrolle deutlich (OZ berichtete).

Wegen Betrugsverdacht und Verstößen gegen Vorschriften des Ökolandbaus nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen drei Öko-Betriebe mit vier Standorten auf. Die Vorwürfe hätten sich „weitgehend bestätigt“, betonte Martin Fiedler von der Rostocker Staatsanwaltschaft auf OZ-Nachfrage.

Obwohl das Schweriner Agrarministerium mit Verweis auf das laufende Verfahren keine Angaben zu den betroffenen Firmen machte, sprach sich in der Branche längst herum, wo ermittelt wird: Im Fokus steht der Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof (Landkreis Rostock), der mit 14 Betrieben zu den größten deutschen Bio-Eierproduzenten gehört. Dass der Chef der Erzeugergemeinschaft, Friedrich Behrens, einer der Beschuldigten ist, hat die Staatsanwaltschaft inzwischen bestätigt. Ermittelt wird auch gegen die Geschäftsführer weiterer Farmen, unter anderem in Dalwitz (Landkreis Rostock).

Der Dalwitzer Bio-Bauer Heinrich Graf von Bassewitz ist zwar nicht Geschäftsführer, aber Mitgesellschafter an einer der Hühnerfarmen. Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ veröffentlich dazu heute weitere Details: In Dalwitz sei ein geschütztes Biotop als Auslauf für die Hühner genutzt worden — sogar mit Billigung des Rostocker Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt, heißt es.

Fürstenhof-Chef Behrens hatte gegenüber OZ immer wieder behauptet: „Wir haben nichts falsch gemacht.“ Die staatliche Öko-Aufsichtsbehörde in Rostock betonte außerdem mehrfach, dass die beanstandeten Fehler im Auslaufbereich der Hühner mittlerweile korrigiert wurden. Mit diesen falschen Auslaufbereichen hatten die Farmen zuvor jedoch jahrelang gewirtschaftet — ohne dass der private Öko-Kontrollverein oder die staatliche Aufsichtsbehörde dies bemerkten. Bis März 2013 könnten also Millionen Öko-Eier, die bei genauer Betrachtung keine waren, in den Handel gelangt sein.

„Die Frage ist, ob die Firmen die Verstöße vorsätzlich oder fahrlässig begingen“, erläutert Staatsanwalt Martin Fiedler. Liege kein Vorsatz vor, handele es sich nicht um Betrug, sondern um eine Ordnungswidrigkeit, die dann durch das Rostocker Landesamt geahndet werden müsste. Die Landesregierung hatte in der Antwort auf eine Parlamentsanfrage des Linke-Abgeordneten Fritz Tack bereits mitgeteilt, dass die Staatsanwaltschaft die Verfahren einstellen wird. Dazu Fiedler: „So weit sind wir längst noch nicht.“ Nötig sei eine erneute Anhörung des Landesamtes. „Das Vorgehen hängt davon ab, ob dem Landesamt durch neuere Kontrollen weitere Erkenntnisse vorliegen.“

Lange Liste der Mängel
März 2013: Eier von 12 000 Öko-Hennen dürfen nicht als Bioware verkauft werden.

Juni 2013: Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungsverfahren ein.

Herbst 2013: Mängel im Öko-Kontrollverein Karow werden festgestellt.

Februar 2014: Der Landtags-Abgeordnete Fritz Tack (Linke) verlangt Aufklärung.

November 2013: Ökohof Volkenshagen hat 9000 Legehennen zu viel im Stall.

März 2014: Öko-Kontrollverein erhält Auflagen, Geschäftsführer wird abgelöst.



Elke Ehlers

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