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MV aktuell Neue Gesetze bei der Krankenversicherung
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16:04 08.12.2017
Bei der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) gab es Gesetzesänderungen. (Symbolfoto) Quelle: Patrick Pleul / Dpa
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Rostock

Seit dem 1. August 2017 werden für jedes Ihrer Kinder drei Jahre als Vorversicherungszeit für eine Pflichtversicherung in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) angerechnet. Erfahren Sie hier Wichtiges zu der gesetzlichen Änderung.

Frage: Mir wurde mitgeteilt, dass ich mit Rentenbeginn als freiwilliges Mitglied eingestuft werde. Wie wird dann mein Beitrag zur gesetzlichen Kasse berechnet?

Antwort: Bei freiwillig Versicherten wie Ihnen hat der Gesetzgeber ein fiktives Mindesteinkommen festgelegt. In diesem Jahr sind es 991,67 Euro monatlich, in kommenden Jahr 1015 Euro. Daraus ergibt sich ein Mindestbeitrag von rund 145 beziehungsweise rund 148 Euro. Hinzu kommen der Zusatzbeitrag und der Beitrag zur Pflegeversicherung. 7,3 Prozent der Altersrente beträgt der Anteil des Rentenversicherers an Ihrem Kassenbeitrag. Den Zusatzbeitrag und den zur Pflegeversicherung zahlen Sie allein. Lassen Sie prüfen, ob Sie durch die Anrechnung Ihrer Kinder die 90 Prozent Kassenmitgliedschaft erreichen und so zum Pflichtmitglied der Krankenversicherung der Rentner werden können. Dann müssen Sie nur auf Ihre tatsächliche Rente und eventuelle Versorgungsbezüge Beiträge zahlen.

Frage: Von 2004 bis 2007 hatte ich mir als Selbstständiger die Krankenversicherung gespart. Von 2008 bis zum Rentenbeginn war ich als Angestellter gesetzlich versichert. Als Rentner werde ich als freiwilliges Mitglied geführt und muss auch für die Mieteinnahmen aus meiner Ferienwohnung Beiträge zahlen. Meine Frau ist Pflichtmitglied und wird nicht danach gefragt. Kann ich der Einstufung als „Freiwilliger“ widersprechen und auch Pflichtmitglied werden?

Antwort: Der Begriff „freiwilliges Mitglied“ ist missverständlich, da Sie hier keine Wahl haben. Stattdessen muss die Kasse laut Gesetz zum Rentenbeginn prüfen, ob Sie 90 Prozent der zweiten Hälfte des Erwerbslebens gesetzlich versichert waren. Da das bei Ihnen nicht zutrifft, wurden Sie zum „Freiwilligen“ und müssen auf alle Einkünfte bis zur Bemessungsgrenze Beiträge zahlen. Seit Sommer gibt es aber eine Möglichkeit, Ihren Status korrigieren zu lassen. Denn pro Kind werden Ihnen drei Jahre Mitgliedschaft in der gesetzlichen Kasse „gutgeschrieben“. Wenn Sie dadurch die genannten 90 Prozent erreichen, werden Sie zum Pflichtmitglied der Krankenversicherung der Rentner und müssen für Ihre Mieteinnahmen keine Beiträge mehr zahlen.

Frage: Fragt die Kasse bei besagter Prüfung von sich aus nach der Zahl der Kinder?

Antwort: Nein, Sie müssen selbst auf die Kasse zugehen und die entsprechenden Nachweise vorlegen.

Frage: Wie viel darf ich verdienen, um bei meinem Mann weiter familienversichert bleiben zu können?

Antwort: Wenn Sie keine weiteren Einkünfte – etwa aus Vermietung und Verpachtung – haben, ist etwa ein 450-Euro-Job möglich. Wenn der nicht infrage kommt, können Sie monatliche Gesamteinnahmen von 425 Euro monatlich haben und trotzdem familienversichert bleiben. 2018 liegt die Grenze bei 430 Euro.

Frage: Ich muss aus gesundheitlichen Gründen mein Geschäft aufgeben. Kann ich von der privaten wieder in die gesetzliche Kasse zurück?

Antwort: Solange Sie noch keine 55 Jahre alt sind, können Sie in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln, wenn Sie eine Festanstellung mit einem Brutto von mehr als 450 Euro im Monat annehmen. Dann werden Sie gesetzlich pflichtversichert. Wer älter ist, kann nur unter zwei Voraussetzungen wechseln: Sie haben keine monatlichen Gesamteinkünfte über 425 Euro – ab Januar sind es 435 Euro – und sind mit einem gesetzlich versicherten Ehepartner verheiratet. Ist das der Fall, können Sie bei Ihrem Ehepartner beitragsfrei gesetzlich versichert werden. Wenn Sie keine Einkünfte, etwa aus Vermietung, Verpachtung, Zinsen oder ähnlichem haben, ist auch ein 450-Euro-Job möglich. Die Entscheidung trifft die Kasse nach individueller Prüfung.

Juliane Lange

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