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Neue Heizanlage kann Kosten senken

OZ Telefonforum Neue Heizanlage kann Kosten senken

Zahlreiche Häuser und Wohnungen im Nordosten sind alt, schlecht gedämmt und ihre Bewohner benötigen eine neue Heizung. Häufig kann eine energetische Sanierung sinnvoll sein.

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Quelle: Frank Söllner

Rostock. Wie nun wird die energetische Sanierung vom Staat gefördert? Insbesondere die Erneuerung der Heizungen und Heizungsanlagen beschäftigt die Leser, wie die zahlreichen Anrufe beim OZ-Telefon-Forum am vergangenen Mittwoch belegen. Diplom-Ingenieurin MarinaTscheschel, Energieberaterin von der Verbraucherzentrale MV, Diplom-Ingenieur Ulf Schmidt, Geschäftsführer der Energie-Sparzentrale Raben-Steinfeld, und Finanzierungsexperte Nils Fahlpahl vom Verband der Privaten Bausparkassen waren pausenlos im Gespräch. Hier einige wichtige Probleme und Antworten.

Frage: Ich habe auf meinem vor zwölf Jahren erbauten Haus eine Dachfläche von 60 Quadratmetern für Solarmodule zur Verfügung. Was kostet mich eine solche Investition und rechnet sich diese überhaupt? Antwort: Das Einspeisen in das allgemeine Stromnetz lohnt sich bei neuen Anlagen nicht mehr, weil die Vergütung viel zu gering ist. Wenn Sie Photovoltaik selber nutzen wollen, dann sollte die Anlage so ausgelegt sein, dass der produzierte Strom auch komplett von Ihrem Haushalt verbraucht wird. Wann sich die Investition rechnet, muss ein Energieberater vor Ort prüfen.

Frage: Ist es richtig, dass man mit der Energieoptimierung bei der Heizung beginnt? Antwort: Das macht Sinn. Ein Energieberater, den Sie im Internet unter www.energie-effizienz-experten.de finden, kann Ihnen sagen, wie es um Ihre Heizung steht. Ein hydraulischer Abgleich ist immer zu empfehlen. Ab Sommer dieses Jahres wird es dafür einen Zuschuss von Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geben.

Frage: Die Umrüster alter Heizgeräte sollen vom Staat bis zu 7500 Euro Förderung erhalten. Gilt das auch für mein 17 Jahre altes Brennwertgerät? Und kann ein Förderantrag auch nach dem erfolgten Austausch der Heizung noch erfolgen? Antwort: Es ist eine Einzelfallprüfung vor Ort ratsam, denn der Sachverhalt ist ähnlich komplex wie eine Steuererklärung. Befragen Sie einen Energieberater oder Ihren Heizungsmonteur. Die Kosten für Antragsstellung und Beratung sowie Durchführungsbegleitung seitens der Energieberater werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert. Nach Baubeginn ist eine Förderung grundsätzlich nicht mehr möglich.

Frage: Meine alte Gas-Therme muss raus. Macht es Sinn, weiter auf Gas zu setzen oder würden Sie mir zum Heizen mit Holz-Pellets raten? Platz zur Lagerung ist bei mir ausreichend vorhanden. Antwort: Grundsätzlich sind alternative Energieträger zu empfehlen. Am besten Sie informieren sich bei den Energieberatern der Verbraucherzentrale MV oder der Energie-Sparzentrale. Ob eine Pelletheizung in Ihrer Situation möglich und sinnvoll ist, muss vor Ort geklärt werden. Bundesweit gibt es ein ausreichend großes Angebot an Pellet-Produkten.

Frage: Kauf und Einbau eines Öl-Brennwertkessels in meinem Reihenhaus sollen rund 8000 Euro kosten. Kann ich für die Finanzierung meinen Bausparvertrag nutzen? Antwort: Das ist grundsätzlich möglich. Prüfen Sie, wie hoch Ihre Bausparsumme ist und wann der Vertrag zuteilungsreif wird. Ist der Zuteilungszeitpunkt noch nicht erreicht, sprechen Sie mit Ihrer Bausparkasse über eine mögliche Vor- oder Zwischenfinanzierung.

Frage: Meine Heizung ist kaputt, der Schornsteinfeger hat sie gesperrt. Ich habe nur 800 Euro Rente – was soll ich machen? Antwort: Für Sie wird es in der Praxis sehr schwierig sein, einen Kredit für die Erneuerung Ihres Heizkessels zu erhalten. Sprechen Sie mit Ihrer Hausbank bzw. versuchen Sie, das Problem mithilfe der Familie zu lösen.

Frage: Unsere Heizung muss ausgetauscht werden. Wo bekomme ich einen Zuschuss, und wie kann ich den beantragen? Antwort: Bei der KfW kann der Energieberater in Ihrem Namen einen Zuschuss für eine neue Heizung beantragen. Dieser beträgt 15 Prozent der Investitionssumme – maximal sind das 7500 Euro.

Frage: Wir haben ein älteres Haus gekauft und sind verpflichtet, den Heizkessel innerhalb von zwei Jahren auszutauschen. Gibt es dafür eine Förderung? Antwort: Entsprechend der neuen Energieeinsparverordnung sind Sie verpflichtet, Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind, auszutauschen oder zu erneuern. Eine Förderung gibt es nur, wenn Sie auf erneuerbare, regenerative Energien umstellen, also beispielsweise Holz, Pellets oder Wärmepumpe.

Frage: Kann ich Geld von der Bausparkasse bekommen, auch wenn ich noch keinen Vertrag habe? Antwort: Das ist möglich. Sie können in aller Regel von Bausparkassen einen sogenanntes Blankodarlehen bis zu einer Höhe von 30 000 Euro erhalten, also ohne Grundbucheintrag. Möglich ist auch ein Sofortdarlehen, das mit einem Bausparvertrag unterlegt wird. Fragen Sie Ihren Bausparkassen-Vertreter, welche Variante für Sie am günstigsten ist.

Frage: Was ist eigentlich ein hydraulischer Abgleich? Antwort: Die Heizung wird durch einen hydraulischen Abgleich so eingestellt bzw. optimiert, dass in allen Räumen die Wunschtemperatur herrscht. Das spart Heizenergie. Der hydraulische Abgleich muss von einem Heizungsmonteur durchgeführt werden.

Frage: Was bedeutet „gesetzliche Austauschfrist? Antwort: Diese besagt, dass ein sogenannter Heizungskessel, der vor 1986 eingebaut wurde, ausgetauscht werden muss. Entscheidend ist dabei das Herstellungsdatum des Wärmetauschers. Wer am 1. Februar 2002 bereits im eigenen Haus wohnte, unterliegt nicht der Austauschpflicht. Detalliert kann man dies unter anderem im Internet nachlesen unter www.verbraucherzentrale.de/Austauschpflicht für Heizkessel.

Frage: Wir müssen unsere Heizung austauschen lassen. Wie gehe ich vor? Antwort: Holen Sie zunächst einen Energieberater zu sich nach Hause, der sich die Heizungsanlage ansieht und auch die gesamte energetische Bilanz des Hauses prüfen kann. Er wird Ihnen Vorschläge unterbreiten für eine optimale Heizung bei gleichzeitiger Prüfung der Förderfähigkeit.

Frage: Wir wohnen in einem Reihenhaus, Baujahr 1996. Welche Maßnahmen zur Energieoptimierung wären sinnvoll? Antwort: Ein neuer Brennwertkessel könnte sinnvoll sein, außerdem die Dämmung der obersten Geschossdecke. Wir empfehlen, einen Energiecheck durchführen zu lassen. Der Gebäudeenergieberater wird Ihnen Vorschläge zur Optimierung machen und kann Ihnen auch sagen, ob Sie eine Förderung bekommen können.

Frage: Angenommen, wir bekommen von der KfW einen Zuschuss für unsere Pellet-Heizung. Kann ich dann unseren Bausparvertrag trotzdem für die Finanzierung nutzen? Antwort: Ja, das lässt sich miteinander kombinieren. Sprechen Sie mit Ihrer Bausparkasse oder Ihrer Hausbank, die Ihnen Finanzierungsangebote machen werden.

Frage: Ich habe eine ältere Gas-Heizung und will eine moderne Gas-Heizung einbauen lassen. Welche Förderung gibt es? Antwort: Prinzipiell ist für den Kesseltausch keine Förderung möglich. Wird die gesamte Heizung optimiert, muss der Fachmann die Frage der Förderung neu durchdenken. Gefördert wird nämlich der Umstieg auf alternative, regenerative Energiequellen. Dazu gehören Pellets, Holz oder Wärmepumpen.

Frage: Wozu brauche ich einen Energieausweis? Antwort: Einen Energieausweis benötige ich spätestens dann, wenn ich mein Haus verkaufen möchte oder Wohnungen habe, die ich vermieten will.

Frage: Im vergangenen Herbst haben wir unsere Heizung erneuert. Bekommen wir im Nachhinein noch einen Zuschuss? Antwort: Nein, Kredite und Zuschüsse müssen grundsätzlich vor Beginn der Umbauten beantragt und bewilligt werden.

Frage: Meine Heizung ist 15 Jahre alt. Wer kann mir sagen, ob diese noch effizient arbeitet? Antwort: Sie können sich zum Beispiel an die Verbraucherzentrale MV wenden und um einen sogenannten Heizungscheck bitten. Ihr Eigenanteil an den entstehenden Kosten des Checks beläuft sich dabei auf 30 Euro.

Von Lange, Juliane

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