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Neue Regierung will Lehrer mit Prämie nach MV locken

Schwerin Neue Regierung will Lehrer mit Prämie nach MV locken

Hunderte Lehrkräfte werden in den nächsten Jahren gebraucht / SPD und CDU planen als Anreiz mehr Gehalt und nach Bedarf Kita-Platz, günstiges Bauland oder Wohnung

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Mathias Brodkorb, SPD-Fraktionschef

Schwerin. Bei der Suche nach dringend benötigten Lehrern will die Landesregierung künftig eine Art „Buschprämie“ ausloben. Neben einer Gehaltszulage von mehreren hundert Euro im Monat ist geplant, Pädagogen Kita-Plätze für ihre Kinder, vergünstigte Baugrundstücke oder Wohnungen anzubieten, um sie in strukturschwache Regionen zu locken. Ab 2020 fehlen landesweit pro Jahr Hunderte Lehrer.

Drei Viertel der Lehrer scheiden bis 2030 aus

500 neue Lehrer wird Mecklenburg-Vorpommern nach Prognosen künftig etwa pro Jahr brauchen, in den Jahren 2021 und 2022 sogar jeweils mehr als 700. In den kommenden 15 Jahren scheiden voraussichtlich etwa drei Viertel der 9300 Fachkräfte an den allgemeinbildenden Schulen altersbedingt aus.

Mathelehrer gesucht für Anklam, 300 Euro mehr Gehalt, Kita-Platz und Wohnraum vorhanden. „So in etwa könnte ich mir das vorstellen“, sagt Mathias Brodkorb, SPD-Fraktionschef im Landtag. Das Land müsse dringend das Problem des Fachkräftemangels anpacken. Mehr als die Hälfte der Lehrer ist über 50 Jahre alt, an Unis in MV bleiben viele Studienplätze fürs Lehramt frei. Trotz großer Werbeaktion und Verbeamtung ist es Brodkorb als Bildungsminister nur begrenzt gelungen, neue Lehrer in den Nordosten zu locken. Daher ist im Koalitionsvertrag mit der CDU nun verankert, dass ein Modellprojekt gestartet werden soll. Denkbar sei dies zum Beispiel in Vorpommern oder an der Mecklenburgischen Seenplatte, wo Schulämter wiederholt erfolglos Lehrer-Stellen angeboten haben. „Man muss zur Kenntnis nehmen, dass die demografische Situation bei Lehrern kippt“, so Brodkorb. Dies gelte für alle Schulformen. „Leider werden Dorfschulen von vielen Berufsanfängern als wenig attraktiv empfunden“, sagt CDU-Fraktionschef Vincent Kokert. In Modellregionen solle nun geprüft werden, „welche Anreize die Attraktivität ländlicher Schulstandorte erhöhen“.

Die Idee kommt an. „Wir sind offen“, sagt Andreas Wellmann, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindetags MV. Er rät: „Man sollte zunächst die Zielgruppe ansprechen und fragen, was Lehrern überhaupt wichtig ist.“ Vermutlich nicht Bauland, sondern eher die Anzahl der Arbeitsstunden. Weniger Arbeitsbelastung für alle Lehrer fordert Annett Lindner, Chefin der Lehrergewerkschaft GEW. „Natürlich brauchen wir Lehrkräfte vor Ort, und dann müssen wir Anreize schaffen“, sagt sie. Der Mangel sei „über Jahre hausgemacht“. Gegen Modellregionen spricht sich Simone Oldenburg, Linken-Fraktionschefin im Landtag, aus. Es brauche grundsätzlich bessere Anreize für Lehrer: „Das Vorhaben kann ein Anfang sein.“ Eine „neue Buschzulage wie früher für West-Beamte im Osten“ lehnt Leif-Erik Holm (AfD) ab.

Er befürchtet „neue Ungerechtigkeiten, die das Arbeitsklima an den Schulen belasten könnten“.

Lehrer in MV können derzeit an staatlichen Grundschulen bis zu 4213 Euro brutto im Monat verdienen, in Sonderpädagogik, an Regionalen und Beruflichen Schulen 4682, an Gymnasien 5183 Euro. Die geplante Zulage ist als Bonus gedacht. Das Projekt soll zunächst getestet werden, so Brodkorb: „Es müsste in einer Region mehrere Bürgermeister geben, die sagen: Ja, wir machen mit.“ Seite 2

Frank Pubantz

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