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00:00 12.01.2015
Der Waschbär lebt seit 80 Jahren in Deutschland. Quelle: Felix Hayder/dpa
Rostock

Einwanderer in der Tierwelt, wie Waschbär oder Marderhund, werden oft als Bedrohung für heimische Arten gesehen. Dabei trifft das nur in wenigen Fällen zu: „Die Schäden sind bisher im Rahmen geblieben“, sagte der Biologe Ragnar Kinzelbach. Irgendwann würden sich die Neuankömmlinge ins Ökosystem einfügen, oft seien sie eine Bereicherung. Der Zoologie-Professor an der Universität Rostock baute die größte Datenbank der Neozoen — der eingeschleppten Tierarten — in Deutschland auf.

Der Vorsitzende des Naturschutzbundes in Mecklenburg-Vorpommern, Stefan Schwill, sieht einige Gefahren für heimische Tiere und würde die Verbreitung von Neubürgern begrenzen, wo es möglich sei, etwa bei den Nandus in Nordwestmecklenburg.

Zu den markantesten Neulingen gehört Kinzelbach zufolge der Mink. Der Amerikanische Nerz sei zugleich der Einwanderer, der den größten Schaden anrichte. Er wurde in Farmen gehalten, nachdem der Europäische Nerz wegen seines Pelzes nahezu ausgerottet war.

Große Angst gab es vor dem Marderhund, der in Osteuropa wegen seines Fells gehalten wurde und vor Jahren zahlreich nach Deutschland kam. Es sei die Konkurrenz zum Fuchs befürchtet worden, sagte Kinzelbach. Der Enok ernähre sich aber überwiegend von Kartoffeln, Rüben und Getreide. Große Ähnlichkeit mit dem Marderhund hat der Waschbär, der schon in den 1930er Jahren in Deutschland ausgesetzt wurde. „Allerdings will er immer Fleisch“, sagte Kinzelbach. Er klettere hervorragend und nehme Vogelnester aus. Die konkrete Gefährdung für die Vögel sei jedoch schwer feststellbar. An Gewässern leben zudem Bisam und Nutria, die ebenfalls als Pelztiere eingeschleppt wurden. Sie seien harmlos, würden allerdings Löcher in Deiche graben.

Eingebürgert hat sich auch die aggressive Nilgans, die in Rostock auf der Marienkirche in 100 Metern Höhe brütet, und der Silberreiher. Ohne menschliches Zutun kam die Türkentaube nach MV.

Seit 30 Jahren breitet sich die Schwarzmundgrundel in der Ostsee und in Flüssen aus. „Wir werden sie nicht mehr los. Sie ist ein robuster, zäher Fisch“, urteilt Helmut Winkler von der Uni Rostock. Sie ist ein guter Speisefisch und wird in Asia-Restaurants serviert. Der Nandu, ein flugunfähiger Schreitvogel, kam aus einer Vogelfarm in Schleswig-Holstein nach MV.



OZ

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