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MV aktuell Neuer Sturmflutschutz für Usedoms Norden
Nachrichten MV aktuell Neuer Sturmflutschutz für Usedoms Norden
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00:00 09.12.2017
Peenemünde

. Der Norden der Insel Usedom erhält einen neuen Sturmflutschutz. Nachdem das Land seine umstrittenen Pläne zur Wiedervernässung des Gebietes zwischen Peenemünde und Karlshagen im Sommer aufgegeben hatte, begann nun der Bau des neuen Hochwasserschutzsystems. Umweltminister Till Backhaus (SPD) startete gestern im Peenemünder Hafen symbolisch den Bau einer knapp 300 Meter langen Hochwasserschutzanlage. Die Ufermauer, die bis März 2018 fertiggestellt sein soll, ist Teil einer geplanten Ringeindeichung von Peenemünde. Zusammen mit einem ebenfalls zu bauenden Riegeldeich vor Karlshagen soll das Sturmflutschutzsystem den Inselnorden mit den Orten Peenemünde, Karlshagen, Trassenheide und Zinnowitz vor schweren Sturmfluten schützen. Die Gesamtkosten betragen laut Ministerium 16 Millionen Euro.

Eine Bürgerinitiative demonstrierte gegen den Standort des Riegeldeiches bei Karlshagen. Dies sei eine „Wiedervernässung durch die Hintertür“, sagte BI-Sprecher Rainer Höll. Der Sturmflutschutz im Norden der Insel Usedom ist seit Jahren umstritten. Nach massivem Druck aus der Region hatte das Umweltministerium im Sommer die Pläne für ein großes Renaturierungsvorhaben ad acta gelegt und dafür das neue Deichvorhaben präsentiert. Ursprünglich sollte ein Deich, der 1936 mit dem Bau der früheren NS-Heeresversuchsanstalt angelegt worden war, zurückgebaut oder an mehreren Stellen durchbrochen werden. Eine Bürgerinitiative befürchtete, dass damit der Kern des denkmalgeschützten Areals, in dem die Nationalsozialisten die V2-Raketen entwickelt hatten, geflutet  und Karlshagen durch steigende Grundwasserspiegel bedroht würde. 

Kritik kam vom Historisch-Technischen Museum Peenemünde. Museumschef Michael Gericke sagte, dass eine schwere Sturmflut die Zerstörung der Anlagenreste der Heeresversuchsanstalt beschleunigen könnte.

Das Land versicherte gestern, nach Fertigstellung des neuen Systems den 1936 errichteten Deich nicht aus seiner Verantwortung zu geben.

M. R.

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