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MV aktuell Trockenheit lässt Preise für Heizöl und Benzin steigen
Nachrichten MV aktuell Trockenheit lässt Preise für Heizöl und Benzin steigen
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13:59 05.11.2018
Wegen der weiterhin anhaltenden Trockenheit steuern die Pegelstände des Rheins – wie hier bei Bodenheim (Rheinland-Pfalz) – auf ein historisches Tief zu. Quelle: Andreas Arnold/dpa
Rostock

Die Preise für Heizöl, Benzin und Diesel ziehen weiter an. Rund 85 Euro kosten derzeit 100 Liter Heizöl in Mecklenburg-Vorpommern im Durchschnitt. Das sind etwa zehn Euro mehr als noch Mitte September. Seit Jahren gehen die Preise „deutlich nach oben – insbesondere in den Wintermonaten“, teil der Bund der Energieverbraucher mit. Und befürchtet, die Heizöl-Kosten könnten „in diesem Winter auf ein Allzeithoch steigen“.

Ein wesentlicher Grund für den steilen Anstieg – neben der allgemein angespannten Lage am Rohölmarkt – ist die anhaltende Trockenheit. Im Dürre-Sommer sanken die Pegel von Flüssen wie Elbe, Rhein, Main, Donau und den Kanälen erheblich ab. Auch der Oktober war zu trocken. Kanäle und die Flüsse, an denen große Raffinerien liegen, spielen eine wichtige Rolle bei der Versorgung mit Öl in Deutschland. Wegen der niedrigen Wasserstände können die Schiffe oft weniger als die Hälfte ihrer eigentlichen Kapazität von Heizöl, Benzin und Diesel transportieren. Das treibt die Kosten in die Höhe.

Im Nordosten werden rund 93.000 Haushalte mit Öl beheizt. Das geht aus dem Mikrozensus (Stand 2014) des Statistischen Landesamts MV hervor. Insgesamt gibt es in MV demnach 760.000 Haushalte. Häufigster Energieträger ist Gas, womit 313.000 Haushalte beheizt werden, gefolgt von Fernwärme (284.000).

„Ich rechne nicht damit, dass Heizöl absehbar günstiger wird“, sagt der Präsident des Landesverbands MV Haus und Grund, Lutz Heinecke. Im Gegenteil: „Wenn die Trockenheit anhält und es richtig kalt wird, werden auch diejenigen Heizöl kaufen müssen, die bislang noch abgewartet haben“, erklärt Heinecke. Die dann steigende Nachfrage würden die Mineralöl-Unternehmen für höhere Preise nutzen.

Große Raffinerien liegen am Rhein

Vor allem am Rhein und seinen Nebenflüssen liegen zum Teil riesige Raffinerien, die durch Rohrleitungen mit Rohöl versorgt werden. Die fertigen Produkte werden mit Binnenschiffen in Tanklager an den Flüssen transportiert und dann mit Bahn und Lkw zu den Verbrauchern.

Aktuelle Pegelstände laut Internetportal Wetteronline (Stand 02. November 2018):

Elbe bei Boitzenburg: 66 Zentimeter – Mittel: 241 Zentimer

Elbe bei Dömitz: 44 Zentimeter – Mittel: 235 Zentimeter

Rhein bei Worms: 41 Zentimeter – Mittel: 213 Zentimeter

Rhein bei Düsseldorf: 60 Zentimeter – Mittel: 278 Zentimeter

Die Trockenheit hat auch die Preise für Benzin und Diesel kräftig steigen lassen – nach Angaben des ADAC auf einen neuen Höchststand in den vergangenen drei Jahren. 1,54 Euro kostet demnach ein Liter E10 derzeit im bundesweiten Durchschnitt. Das sei ein Plus von 4,7 Cent in den vergangenen zwei Wochen. Diesel zog in dem Zeitraum sogar um sieben Cent auf jetzt 1,43 Cent an.

Dabei kommen die Autofahrer in MV noch relativ glimpflich davon. Während etwa in Rostock der E10-Durchschnittspreis bei 1,44 Euro pro Liter liegt, kostet ein Liter E10 in Karlsruhe (Baden-Württemberg) aktuell 1,56 Euro. Der Norden Deutschlands ist nicht so abhängig von der Binnenschifffahrt wie der Süden, wo bei einigen Tankstellen zeitweise der Sprit zur Neige ging.

Dennoch: Auch im Nordosten ist Sprit gegenwärtig so teuer wie zuletzt im Sommer 2015. Der ADAC empfiehlt daher, die Preisschwankungen im Tagesverlauf zu beachten. „Zwischen 15 und 17 Uhr sowie 19 und 22 Uhr hat man die besten Chancen, zu relativ günstigen Preisen zu tanken“, erklärt ADAC-Sprecher Hans Pieper. Zudem gebe es mittlerweile zahlreiche Apps fürs Smartphone, u.a. vom ADAC, die auf günstige Angebote hinweisen.

Kommentar zu steigenden Spritpreisen:
Autofahrer sind nicht ohnmächtig

Axel Meyer

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