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Nötigung: Rügens Tourismuschef verurteilt

Bergen Nötigung: Rügens Tourismuschef verurteilt

Im Sommer 2012 stoppte Ernst Heinemann drei Biker, weil sie rechtswidrig durch den Inselort Putgarten fuhren.

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Verurteilt: Ernst Heinemann

Quelle: Stefanie B�ssing

Bergen. Sein angeblich hitziges Temperament scheint Rügens Tourismuschef Ernst Heinemann nun zum Verhängnis geworden zu sein. Das Amtsgericht Bergen sah es als erwiesen an, dass der 61 Jahre alte Bürgermeister der Gemeinde Putgarten am Kap Arkona im vergangenen Sommer eine Gruppe von drei Motorradfahrern mit seinem Auto in unzureichendem Abstand überholt hatte, um sie zu maßregeln, sagte Gerichtssprecher Thomas Ehlers gestern. Das Gericht wertete diese Aktion als „psychische Gewaltanwendung“. Heinemann wurde wegen Nötigung zu einer Geldstrafe von 1000 Euro und einem

einmonatigen Fahrverbot verurteilt. Den Tatvorwurf der Straßenverkehrsgefährdung ließ das Gericht fallen. „Ich akzeptiere das Urteil nicht", sagte Bürgermeister Heinemann nach der Verhandlung. „Die Zeugen haben sich abgesprochen und hier etwas konstruiert, das technisch überhaupt nicht möglich ist. Das lasse ich mir nicht gefallen.“ Der Verbandschef hat nun die Möglichkeit, in Berufung zu gehen: „Wir werden die nötigen Rechtsmittel dafür prüfen, das bin ich auch meiner Familie schuldig.“ Die Biker aus Berlin waren am 17. Juli vergangenen Jahres rechtswidrig durch den Ort Putgarten gefahren, der für den Durchgangsverkehr gesperrt ist. Die Straße führt zum Kap Arkona. Die rund 500 000 Besucher müssen ihre Fahrzeuge auf einem Großparkplatz am Ortseingang abstellen und zu Fuß durch Putgarten bis zur Nordspitze Rügens laufen.

Nach Auffassung des Gerichts hatte Heinemann die im Schritttempo fahrenden Zweirad-Piloten mit seinem Auto zum Stopp gezwungen und damit das Fahrzeug für „verkehrsfremde Zwecke“

genutzt. „Ich habe in den Spiegel geschaut, auf einmal war ein Pkw neben mir, der immer weiter rüberkam“, erzählte Marian N., der als Zeuge geladen war. Seine Freundin Jenny K. erklärte: „Ein dunkles Auto ist mit 50 oder 60 Stundenkilometern an mir vorbeigefahren, direkt auf meinen Freund zu, also habe ich seinen Namen geschrieen“, so die 28-Jährige. „Ich habe ihn schon unter dem Auto liegen sehen.“ Nur durch ein Ausweichen nach rechts konnte der Biker eine Kollision mit dem Pkw verhindern.

Ganz anders stellt sich die Situation aus Sicht des Tourismuschefs dar. „Ich habe ordnungsgemäß geblinkt und die Motorradfahrer in korrekter Geschwindigkeit überholt“, war sich Heinemann keiner Schuld bewusst. Danach habe er angehalten und die drei auf die verkehrsberuhigte Zone aufmerksam gemacht, erklärte der Rüganer.

Eine konkrete Verkehrsgefährdung habe nicht vorgelegen, so das Gericht. Es ging zu Heinemanns Gunsten auch davon aus, dass dieser es nicht zu einem Unfall kommen lassen wollte.

Martina Rathke und Stefanie Büssing

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