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Nord Stream: Bauboom, aber wenig Dauerarbeitsplätze

Lubmin Nord Stream: Bauboom, aber wenig Dauerarbeitsplätze

In der Anlanderegion der Nord-Stream-Trasse in Mecklenburg-Vorpommern hat die Pipeline vor allem in der Bauphase für wirtschaftliche Effekte gesorgt.

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Mächtige Rohre: die Anlandestelle der Ostsee-Erdgaspipeline der Firma Nord Stream in Lubmin bei Greifswald.

Quelle: Stefan Sauer/dpa

Lubmin. In der Anlanderegion der Nord-Stream-Trasse in Mecklenburg-Vorpommern hat die Pipeline vor allem in der Bauphase für wirtschaftliche Effekte gesorgt.

Dauerarbeitsplätze hat das Milliardenprojekt der strukturschwachen Region aber kaum gebracht. Deutlich profitiert habe der Mukran Port auf der Insel Rügen, wo für die Betonummantelung ein Spezialwerk errichtet wurde, hieß es aus dem Energieministerium in Schwerin. An dem Hafen entstanden – befristet für drei Jahre – rund 150 direkte Arbeitsplätze sowie 50 Jobs im Logistik- und Dienstleistungsbereich.

Für das Seebad Lubmin hat sich die Pipeline indes nicht zu einer dauerhaften Jobmaschine entwickelt. „Das haben wir auch nie erwartet“, meint Bürgermeister Axel Vogt (CDU). An der Anlandestation arbeiten nach Angaben von Nord Stream drei Mitarbeiter. Zwölf weitere sind für Gascade tätig – das Unternehmen, welches das Gas über die Festlandleitungen Opal und Nel nach Süden und Westen leitet.

Dennoch zieht Vogt ein positives Fazit nach fünf Jahren Betrieb. Der Ort sei mit dem Bau der Pipeline international stärker in den Fokus gerückt. „Wir haben einen gewaltigen Energiemix hier – und viele Delegationen, die wissen wollen, wie die Energiewende funktioniert.“ Das erste Nord-Stream-Projekt sorgte in der Bauphase für einen Anstieg von Hotel- und Ferienwohnungsgästen in Lubmin. Zudem spüle die Trasse Gewerbesteuer in die Gemeindekasse. Genaue Zahlen nannte Vogt nicht. Der 2100 Einwohner zählende Ort Lubmin am Greifswalder Bodden ist ein touristisches Seebad mit rund 1300 Gästebetten. In den kommenden Jahren werden in Lubmin die Stromkabel für drei Offshore-Windparks in der Ostsee anlanden.

Der mit 35 Millionen Euro geförderte Hafen habe in den vergangenen Jahren ganz gut vom Projektgeschäft an der Kaikante gelebt, sagte Vogt. Nicht nur Nord Stream ließ Verlegeschiffe dort festmachen, auch der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz mit seinem Stromkabel-Projekt und die Wingas-Tochter Gascade mit den Erdgasleitungen Opal und Nel haben in den vergangenen Jahren – wenn auch zeitlich befristet – für guten Umsatz im Hafen gesorgt. Ausbauen will der Hafen den bislang bescheidenen Umschlag von Schüttgut, der für konstante Einnahmen sorgen soll. Martina Rathke

OZ

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