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Nordic-Übernahme: Alle Werftler sollen ihre Jobs behalten

Rostock Nordic-Übernahme: Alle Werftler sollen ihre Jobs behalten

Russische Eigner der Schiffbaubetriebe in Wismar, Stralsund und Warnemünde offenbar so gut wie einig mit malaysischem Investor Genting / IG Metall fordert Transparenz

Rostock. Die Übernahme der Nordic-Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund durch den malaysischen Konzern Genting ist offenbar fast unter Dach und Fach. Nach OZ-Informationen haben die rund 1400 Mitarbeiter sehr gute Chancen, weiterbeschäftigt zu werden. „Genting braucht die Mitarbeiter hier, denn sie wollen ja Schiffe bauen“, sagt ein Insider.

Die Werften in Mecklenburg-Vorpommern spielen nach Aussagen von Branchenkennern eine Schlüsselrolle für den Bau von Kreuzfahrtschiffen im Premium-Segment. Der Werftenverbund könnte den Stellenwert „einer zweiten Meyer-Werft“ erlangen und zu einer Top-Adresse für Kreuzschifffahrt-Bau werden.

Bereits am Mittwoch sprachen Vertreter von Genting und der Lloyd-Werft in der Schweriner Staatskanzlei mit Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Nach Fördermitteln sollen die Asiaten bisher nicht gefragt haben. Vor allem beim Thema Personal soll es aber Differenzen geben. Mit Betriebsübernahme müsste Genting in tarifrechtliche Vereinbarungen einsteigen, ist zu hören, geregelt in Paragraf 613a des Bürgerlichen Gesetzbuches.

Einige Punkte seien „noch offen“, heißt es, darunter wohl auch der Kaufpreis: Spekulationen, dass sich dieser bei 200 Millionen Euro bewegen soll, wurden bislang nicht bestätigt. Umstritten ist offenbar auch die Plattform für einen Nordsee-Windpark, die Nordic derzeit bauen lässt und die der letzte verbliebene große Auftrag der angeschlagenen Werftengruppe von Eigner Witalij Jussufow ist. Daran habe Genting kein Interesse.

Die Asiaten, denen seit kurzem die Lloyd-Werft in Bremerhaven gehört, haben für Wismar, Warnemünde und Stralsund bereits eigene Betriebs- und Besitzgesellschaften unter dem Label „Star Cruises“

gegründet (die OZ berichtete). Lloyd-Werft-Chef Rüdiger Pallentin will sich zu all dem nicht äußern. „Keine Auskünfte“, sagte gestern eine Sprecherin. Auch Nordic-Sprecher Stefan Sprunk schweigt.

Die Nachricht von einer möglichen Übernahme durch den WeltKonzern Genting (60000 Mitarbeiter, zwei Milliarden Euro Jahresgewinn) hatte in den drei Nordic-Werften neue Hoffnung geweckt. Seither wartet die Belegschaft auf eine Bestätigung. „Wir fordern, dass die Leute informiert werden, wie es weitergeht“, sagt Daniel Friedrich von der Gewerkschaft IG Metall. Zudem sei wichtig, „dass alle Standorte gleichermaßen an den Zukunftschancen beteiligt werden“.

Genting gehören die Kreuzfahrt-Marken „Star Cruises“, „Norwegian Cruises“ und „Crystal Cruises“. Lloyd soll in kommenden Jahren Super-Liner der Luxus-Klasse bauen. Der Haken: Die Werft in Bremerhaven sei „für solche Schiffe zu klein“, sagt ein Experte. Eine Übernahme der Nordic-Werften im Osten „muss von Anfang an Teil des Plans gewesen sein“.

 



Frank Pubantz

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Rostock
Der Wismarer Standort von Nordic Yards aus der Luftperspektive. Die Übernahmeverhandlungen mit Genting stehen offenbar kurz vor dem Abschluss.

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