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Norika erntet erste Rügener Knollen

Lanckensburg Norika erntet erste Rügener Knollen

Die Kartoffelzüchter setzen auf Wind als Schädlingsbekämpfung. Im nächsten Jahr sollen die selbst gezogenen Saatkartoffeln auf 15 Hektar ausgebracht werden.

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Norika-Geschäftsführer Wolfgang Walter präsentiert die ersten Zuchtergebnisse.

Quelle: Holger Vonberg

Lanckensburg. Ökologische Schädlingsbekämpfung auf Rügener Art: Der Kartoffelzucht- und Vermehrungsbetrieb Norika aus Groß Lüsewitz (Landkreis Rostock) setzt in seiner neuen Station auf der Insel im Kampf gegen Schädlinge auf die Ressource Wind. „Der Wind vertreibt die Blattläuse und behindert so die Besiedlung der Kartoffelbestände im Freien, erklärt Geschäftsführer Wolfgang Walter. Wo viel Wind weht, kann die Blattlaus sich gar nicht erst niederlassen, da sie mit der Thermik schwebt und abgetrieben wird.“

Im Frühjahr hatte Norika den Standort in Lanckensburg auf der Halbinsel Wittow eingerichtet. Jetzt ist die Ernte angelaufen. Die ersten gefüllten Paletten stehen in der neuen Lagerhalle, die bis zu 2500 Tonnen fassen kann. Nach und nach werden die Vermehrungsflächen auf dem Wittower Acker gerodet, sagt Walter. Die sogenannte Erhaltungszucht soll die Qualität bewährter Kartoffelsorten auf hohem Niveau sichern und Ausgangsmaterial für weitere Vermehrungen liefern.

Die ersten Ergebnisse bestätigen laut Walter die gute Eignung des Standortes. Auf der von drei Seiten von Wasser umgebenen Halbinsel Wittow herrscht meist viel Wind und lässt so den Läusen keine Chance. „Die Läuse sind die Überträger für Viruserkrankungen. Deshalb müssen wir einen Befall möglichst vermeiden.“ Mit chemischen Pflanzenschutzmitteln werde umsichtig und umweltbewusst umgegangen — auch in den Gewächshäusern, versichert er.

In jedem der beiden Gewächshäuser von Lanckensburg stehen rund 90 000 kleine Kartoffelpflanzen für die Produktion von Saatkartoffeln. „Wir gehen davon aus, dass wir drei bis vier Knollen pro Topf ernten. Über eine Millionen Knollen können wir so erzeugen. Die werden wir dann im nächsten Jahr auf 14 bis 15 Hektar anbauen und weiter vermehren“, so Walter. Die Kartoffelsorten tragen Namen wie „Acapella“, „Bonanza“, „Goldmarie“ oder „Merlot“. Als Spezialitäten werden auch blau- und rotfleischige Speisekartoffeln vermehrt, zudem Kartoffeln für die Pommes- oder Stärkeproduktion und für die Herstellung von Chips. „Unsere Entwicklung ist in den vergangenen zehn Jahren in Groß Lüsewitz sehr positiv verlaufen. Und mit Lanckensburg wird es auch so kommen“, ist sich Walter sicher.

 

Holger Vonberg

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