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MV aktuell OZ-Angelprofis fangen Karpfen und Störe
Nachrichten MV aktuell OZ-Angelprofis fangen Karpfen und Störe
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00:00 22.04.2013
Von Volker Penne
Imre Gdanitz �berlistete mit Wurmb�ndeln zwei St�re. Quelle: Dietmar Lilienthal
Schwerin

Es zuckte kurz an der kleinen, roten Posenspitze. Dann marschierte der Schwimmer nach rechts. Peter Vick (44) setzte gekonnt den Anhieb. Die Spitze seiner leichten Karpfenrute krümmte sich gewaltig. Nach kurzem Drill landete ein 46 Zentimeter langer Spiegelkarpfen im bereitliegenden Kescher des Profis.

Der Medienberater aus Güstrow (Landkreis Rostock) gehört zu den erfolgreichsten Anglern der Gemeinschaftsaktion „Fisch des Jahres 2012“. Sie wird traditionell von der OSTSEE-ZEITUNG, dem Landesanglerverband (LAV) und dem Rostocker Angelfachmarkt Rod‘s World durchgeführt. Insgesamt rund 200 Meldungen über extreme Fänge gingen bei den drei Aktionspartnern ein. 15 der Meisterangler waren gestern seit 7.00 Uhr in der Teichwirtschaft in Boek bei Rechlin (Mecklenburgische Seenplatte) aktiv.

Auf Wunsch zahlreicher Angelfreunde fand die Auszeichnungsveranstaltung in diesem Jahr mal nicht während einer Ostsee-Angeltour, sondern an einem Binnengewässer statt. Bei Sonnenschein und böigem Wind fingen die versierten Petrijünger vor allem Karpfen und Störe. Imre Gdanitz (42) aus Schwerin, Champion in der Kategorie Wittling, überlistete zum Beispiel einen 88 Zentimeter langen Stör mit einem Wurmbündel an einer Grundmontage. Sein schmusebedürftiger, achtjähriger Mischlingshund Rudi, der fast jeden der Fänge genauestens inspizierte, avancierte zum Liebling der Aktiven an diesem Vormittag.

Bereits um 4.30 Uhr war unter anderem Sebastian Köppen (31) aus Schlatkow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) zum Treff der besten Hobbyfischer des Landes gestartet. Das Angelglück war ihm gestern nicht hold, doch dem Tiefbauer, der in der Kategorie Quappe vorne lag, gefiel die Auszeichnungsveranstaltung. Der Chef des Fischer- und Angelhofes Bolter Schleuse, Steffen Steinbeck (50), erwies sich dabei mit seinem Team als urgemütlicher Gastgeber.

„Mit insgesamt 36 Kategorien und wirklich beeindruckenden Fängen gelang im vergangenen Jahr ein neuer Rekord“, resümierte LAV-Pressereferent Andreas Schlüter (51). Er war unter anderem vom 1,72

Kilo schweren Schellfisch begeistert. Stephan Plagemann (38) hatte das Tier in der Lübecker Bucht gefangen. Auch der Super-Dorsch, — ein 14,46-Kilo-Ungetüm — sorgte für Aufsehen. Den 1,21 Meter langen Räuber holte der Dransker Hans-Peter Fischer vor Rügen aus etwa 30 Metern Tiefe.

Stolz nahm auch beispielsweise Rüdiger Redmann (62) aus Ludwigslust (Landkreis Ludwigslust Parchim) die Ehrenurkunde und eine gute Stationärrolle bei der Preisübergabe vor der Rotunde der gepflegten Boeker Anlage entgegen. Die Preise hatte der Angelfachmarkt Rod‘s World gestiftet. Redmann steht mit einer 1,54 Kilo schweren Plötze in der Bestenliste.

„In diesem Jahr war noch keine Super-Plötze dabei. Doch das wird“, ist Redmann optimistisch. Die OZ-Aktion „Fisch des Jahres 2014“ lief prima an (siehe Kasten). Die etwa 100 000 Petrijünger in MV beherrschen ihr Hobby schließlich. Alle Meisterangler, die gestern nicht teilnehmen konnten, erhalten ihre Preise per Post.

„Fisch des Jahres 2013“
Die Petrijünger meldeten schon TopErgebnisse für den „Fisch des Jahres 2013“. So fing Udo Schönherr (58) aus Bützow am 3. April eine 51 Zentimeter lange Flunder, die 1,26

Kilo wog!

Einsendeschluss für die diesjährige Aktion ist der 31. Januar 2014. Diese Angaben sind nötig: Name, Adresse, Telefonnummer, Fischart, Länge, Gewicht, Fangdatum und -ort sowie Zeugen.

Nötig ist mindestens ein Foto — Zollstock neben dem Fisch platzieren!

Meldungen bitte an:

Landesanglerverband, Siedlung 18a, 19065 Görslow ( lav-mv@t-online.de);

Angelfachmarkt Rod‘s World,

Robert-Beltz-Weg 1, 18055 Rostock,

(rostock@rodsworld.de);

OSTSEE-ZEITUNG, Volker Penne, R.-Wagner-Str. 1a, 18055 Rostock

(volker.penne@ostsee-zeitung.de).

Fischer scheitern bei Aquakultur an Auflagen
Angesichts überfischter Weltmeere gilt die Fischzucht in Anlagen, die Aquakultur, als Alternative. Die Fischereibetriebe, die aufgrund ihrer Erfahrungen eigentlich ideale Investoren und Betreiber sein müssten, zögern jedoch beim Einstieg in die Aquakultur. „Die Rahmenbedingungen sind bescheiden“, sagte der Vorsitzende des Landesfischereiverbandes, Norbert Kahlfuss, nach der Landes-Delegiertenversammlung am Samstag in Schwerin-Mueß. Es gebe eine Vielzahl baurechtlicher Hürden sowie Auflagen von Umwelt- und Naturschutz, die der Errichtung von Kreislaufanlagen entgegenstünden. Mehrere Unternehmen hätten es versucht, aber dann das Handtuch geworfen. So wollten die Küstenfischer im Bodden Forellen in Käfigen züchten. Der Plan scheiterte Kahlfuss zufolge am Widerstand von Touristikern, die Wasserverschmutzungen in Strandnähe befürchteten.

Laut Ulrich Paetsch von der Fischerei Müritz-Plau GmbH seien rechtliche Regelungen das Problem. Die Fischer in Niedersachsen oder Brandenburg stünden vor denselben Schwierigkeiten wie ihre Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern. So dürfe die Uferzone von Gewässern in der Regel nicht bebaut werden. „Dort stehen aber die Fischereihöfe.“ Die Aquakulturen, die Paetschs Unternehmen neben der klassischen Fischerei in den Seen der Region betreibt, stammen aus der DDR-Zeit.

Eine weitere Schwierigkeit sei die Abwasserbeseitigung: Selbst bei geschlossenen Kreislaufanlagen blieben zehn Prozent des täglich genutzten Wassers übrig. Diese ins öffentliche Abwassernetz einzuspeisen, wäre zu teuer und würde die Produktion unwirtschaftlich machen, so Paetsch. Auch dürfe der Schlamm aus den Anlagen seit einiger Zeit nicht mehr als Dünger auf die Felder, sondern müsse als Bioabfall entsorgt werden.

Dafür nutzen zunehmend Agrarbetriebe leerstehende Ställe für die Fischzucht in Becken. Den Bauern fehlt jedoch oft die Vermarktungsstruktur für Fisch. In MV produzieren bisher 22 Aquakulturanlagen rund 1000 Tonnen Fisch (2011). Agrar-Minister Till Backhaus (SPD) wirbt seit Jahren um mehr Investitionen in diesem Bereich. Iris Leithold

Volker Penne

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