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OZ-Umfrage zur Wahl: CDU und Linke legen in MV zu, SPD verliert

Rostock OZ-Umfrage zur Wahl: CDU und Linke legen in MV zu, SPD verliert

Nach aktuellen Zahlen kämen auch Grüne, FDP und AfD in den Landtag, die NPD nicht. Das ergab eine Umfrage des Rostocker Meinungsforschungsservices Dukath im Auftrag der OZ.

Landtagssitz Schloss Schwerin: Am 4. September wird ein neues Parlament gewählt.  In der OZ-Umfrage hat derzeit die SPD die Nase knapp vor der CDU.

Quelle: Jens Büttner/dpa

Rostock. Konkurrenz für die Große Koalition: Die Regierungsparteien SPD und CDU besitzen zwar eine satte politische Mehrheit im Nordosten. Da die Genossen unter Ministerpräsident Erwin Sellering aber in der Wählergunst verlieren, rückt auch die Option einer Koalition mit Linken und Grünen in den Blickpunkt.

Wäre am Sonntag Landtagswahl, bekäme die SPD 28,4 Prozent der Stimmen – ein Verlust von 7,2 Prozentpunkten zum Wahljahr 2011. Die Union würde nach historischem Tief vor fünf Jahren (23,0 Prozent) fast mit der SPD gleichziehen und käme auf 27,2 Prozent. Die Linken legen auf 20,1 Prozent zu (2011: 17,4). Die Grünen verbesserten sich von 8,7 (2011) auf 9,5 Prozent. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Rostocker Meinungsforschungsservices Dukath im Auftrag der OSTSEE-ZEITUNG.

Gut sechs Monate vor der Landtagswahl am 4. September wurden zwischen 6. und 13. Januar 750 Wahlberechtigte in ganz MV befragt. Trotz der scharfen Diskussion zur Flüchtlingskrise konnten Parteien am rechten Rand kaum von der Stimmung profitieren. Die rechtsextreme NPD sackt in der Umfrage auf 1,3 Prozent ab (2011: 6,0) und wäre nicht mehr im Landtag, die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) schafft den Sprung über die Hürde mit 5,5 Prozent gerade so.

Großer Gewinner wäre die FDP: Nachdem die Liberalen 2011 mit 2,8 Prozent der Stimmen aus dem Parlament flogen, sieht sie die OZ-Umfrage bei 8,0 Prozent. Bemerkenswert: 54 Prozent der Befragten in MV stimmen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Flüchtlingsfrage nach wie vor zu: „Wir schaffen das!“

Für die Regierungsbildung ergeben sich rein rechnerisch damit unter anderem zwei Varianten: Die SPD käme mit der CDU auf gut 55, mit Linken und Grünen auf 58 Prozent. Eine konservative Regierung aus CDU, FDP und AfD wäre nicht möglich.

Die Parteispitzen reagieren verschieden. Für Sellering ist das Ergebnis Hinweis, im Wahlkampf alles geben zu müssen – ohne Festlegung auf einen Koalitionspartner: „Ziel der SPD ist es, wieder stärkste Kraft zu werden.“ Platz eins gibt auch CDU-Chef Lorenz Caffier als Ziel aus. Er spüre „einen zusätzlichen Motivationsschub“. „Nehm’ ich“, sagt Helmut Holter (Linke) zum Wert seiner Partei. Über Koalitionen wolle er nicht spekulieren. Jürgen Suhr (Grüne) sieht „engagierte Oppositionspolitik“ bestätigt. „Gute Neuigkeiten“, jubelt FDP-Landeschef René Domke. AfD-Sprecher Leif-Erik Holm dagegen hält das Umfrageergebnis für „völlig unrealistisch“.

Martin Koschkar, Politologe an der Universität Rostock, warnt davor, die Zahlen überzubewerten: Extremes Wahlverhalten werde bei Umfragen oft nicht offenbart.

Weitere Ergebnisse lesen Sie in der Freitagsausgabe der OZ sowie am Freitag online unter Mehr zum Thema.



Frank Pubantz

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