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MV aktuell Große OZ-Wahlumfrage: SPD in MV stürzt ab – CDU legt zu
Nachrichten MV aktuell Große OZ-Wahlumfrage: SPD in MV stürzt ab – CDU legt zu
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20:45 17.01.2019
Tiefschlag und Höhenflug: Die aktuelle Forsa-Wahlumfrage im Auftrag der OZ beschert SPD-Landeschefin Manuela Schwesig schlechte Werte. Vincent Kokert (CDU) dagegen kann sich über Zugewinne freuen. Quelle: Cornelius Kettler
Rostock

Der Dauerkrach der Großen Koalition in Berlin im Vorjahr hat in MV vor allem der SPD geschadet. In der Wählergunst verliert sie weiter an Zustimmung. Gewinner sind die CDU, die Linken und die Grünen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der OSTSEE-ZEITUNG.

Die meisten Federn muss die SPD lassen, die seit 20 Jahren die Landesregierung anführt. Wäre jetzt Landtagswahl, käme sie auf 22 Prozent der Stimmen, 8,6 Prozentpunkte weniger als zur Wahl 2016. Die CDU rückt auf Augenhöhe – ebenfalls 22 Prozent, ein Plus von drei Punkten. Die AfD kommt auf 18 (-2,8), die Linke auf 16 (+2,8). Den stärksten Zuwachs in der Wählergunst haben die Grünen: zehn Prozent (+5,2). Die FDP gewinnt leicht und erreicht vier Prozent (+1). Sonstige: acht Prozent. Forsa hat im Zeitraum vom 4. bis 11. Januar 2019 insgesamt 1007 Wahlberechtigte landesweit befragt – repräsentativ.

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Ein etwas anderes Bild zeigt sich, wenn Bundestagswahl wäre: Die CDU behauptet ihren Platz als stärkste Kraft in MV und ist mit 32 Prozent (-1,1 zu 2017) fast dreimal so stark wie die SPD, die auf elf Prozent absinkt (-4,1). Die AfD kommt auf 20 (+1,4), die Linke auf 16 Prozent (-1,8). Auch hier machen die Grünen den größten Satz nach vorn: elf Prozent Wählerzuspruch (+6,7). Die FDP landet bei fünf Prozent (-1,2). Sonstige: fünf Prozent.

SPD-Landeschefin Manuela Schwesig macht den schlechten Bundestrend ihrer Partei für das Umfrageergebnis verantwortlich. Sie hebt „wichtige Projekte“ hervor, die bald fruchten sollen, und sei sicher, „dass das von den Bürgern am Ende anerkannt wird“. CDU-Chef Vincent Kokert frohlockt: Der Abwärtstrend sei gestoppt, die CDU lege deutlich zu. „Das ist eine ermutigende Entwicklung.“

Für Torsten Koplin (Linke) steht dagegen fest: „Die Große Koalition hat ausgedient.“ Die SPD sollte sich „neue Partner suchen“, so Koplin: „Es ist Zeit für einen Politikwechsel.“ Rein rechnerisch wäre Rot-Rot-Grün denkbar. Leif-Erik Holm (AfD) sieht seine Partei „fest auf Augenhöhe mit SPD und CDU verankert“. Grünen-Landeschefin Claudia Schulz jubelt über „die zweistelligen Ergebnisse“. Die Partei sei bereit, Verantwortung zu übernehmen. Die FDP habe noch Reserven, erklärt René Domke. Diese wolle man zu den Kommunal- und Europawahlen abrufen.

Forsa-Chef Manfred Güllner: „Die SPD hat den Landesbonus verloren und muss zusehen, wie sie ihn wieder aktiviert.“ Quelle: DAVIDS/Sven Darmer

An Akzeptanz verloren hat die Landesregierung. Mit der Arbeit von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sind 50 Prozent der Befragten zufrieden, im Vorjahr waren es 53 Prozent. Amtsvorgänger Erwin Sellering (SPD) kam 2017 noch auf 78 Prozent positive Bewertung. Für Forsa-Chef Manfred Güllner ist klar: „Die SPD hat den Landesbonus verloren.“ Auch die Werte für die Arbeit der Landesregierung sinken: 46 Prozent sind zufrieden, 41 Prozent nicht. 39 Prozent der Umfrage-Teilnehmer kritisieren den Ausbau von Infrastruktur – Spitzenwert. A20-Loch, Bahnchaos und schleppender Breitbandausbau lassen grüßen.

Hohe Zustimmungswerte hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). 68 Prozent der Befragten gaben an, sie solle bis 2021 Regierungschefin in Berlin bleiben. 28 Prozent sind dagegen. 

So lief die Umfrage ab

Im Auftrag der Ostsee-Zeitung hat forsa Politik- und Sozialforschung GmbH eine repräsentative Befragung unter der wahlberechtigten Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt. Im Rahmen der Untersuchung wurden insgesamt 1.007, nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte, wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger des Landes Mecklenburg-Vorpommern befragt.

Die Erhebung wurde vom 4. bis 11. Januar 2019 mithilfe computergestützter Telefoninterviews durchgeführt. Die Untersuchungsbefunde werden im nachfolgenden Ergebnisbericht vorgestellt.

Frank Pubantz

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