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MV aktuell Oben-ohne-Werbung: Hochschulen stoppen Land
Nachrichten MV aktuell Oben-ohne-Werbung: Hochschulen stoppen Land
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01:00 24.06.2017
Diese Werbung sollte bei Spiegel online geschaltet werden. Quelle: Eckhard Oberdörfer

Ein Bikinioberteil sorgt für Empörung an den Hochschulen des Landes. Mit dem Slogan „oben ohne…“ wollte das Landesmarketing in seiner Kampagne „Studieren mit Meerwert“ Abiturienten nach Mecklenburg-Vorpommern locken.

Die für diesen Monat an zwei Tagen geplanten Anzeigen bei Spiegel online hätten 160 000 Euro gekostet, so Jan Meßerschmidt, Pressesprecher der Universität Greifswald. Sie sind nicht erschienen, weil Hochschulleitungen und Gleichstellungsbeauftragte Sturm gegen das Vorhaben liefen. Der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, der Rostocker Rektor Wolfgang Schareck, kritisiert die „sexistischen Effekthascherei“ der Anzeigen. Der Slogan „oben ohne“ sei inakzeptabel. So dürfe man nicht für den sehr attraktiven Hochschulstandort Mecklenburg-Vorpommern werben.

Gleichstellungsbeauftrage: „Völlig unangemessen“

Schareck protestierte im Namen aller sechs Landeshochschulen erfolgreich. Diskriminierend, niveaulos und „als Marketingstrategie für unsere Hochschulen völlig unangemessen“ seien Anzeige und der zusätzlich geplante Radio-Spot, heißt es auch im Brief der zentralen Gleichstellungsbeauftragten der Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Ruth Terodde, an Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD). Sie wird von allen Gleichstellungsbeauftragten unterstützt. Sie habe viel Zustimmung von Studenten für ihre Auffassung bekommen, sagt Terodde.

Mit blankem Busen am Strand wollte das beim Finanzministerium angesiedelte Landesmarketing indes nicht für Wismar, Stralsund, Greifswald, Neubrandenburg und Rostock werben. Allerdings wird nicht nur mit dem Bikinioberteil darauf angespielt. So pfeift ein Mann im ebenfalls nicht gesendeten Radiospot, als er den Spruch „oben ohne“ hört. Danach erfährt der Hörer/Leser: „Oben“, also in MV, studieren, heißt ohne WG-Casting, ohne überfüllte Hörsäle, ohne Hipster und Schickeria, ohne genervte Professoren.

Marketing-Chef bedauert Polarisierung

„Wir bedauern, dass das Bikini-Oberteil so polarisiert hat“, sagt Peter Kranz, Chef des Landesmarketings. „Es war der Versuch eines jugendaffinen, frisch-sommerlichen Herangehens mit einem Augenzwinkern“, um die Zielgruppe für ein Studium in MV zu erreichen. Laut Kranz wurde das Oben-ohne-Motiv im Vorfeld auch dem Beirat der Kampagne „Studieren mit Meerwert“ vorgestellt. Dort sind auch alle Hochschulen vertreten. Es habe im Beirat „insgesamt positive Rückmeldungen“ auch zu den Anzeigen bei Spiegel online gegeben, informiert er.

Die Oben-ohne-Idee für „Studieren mit Meerwert“ wurde nach Kranz’ Angaben von einer Agentur entwickelt, die sich im letzten Jahr bei einer europaweiten Ausschreibung durchsetzte. Der Beirat sei einig, dass Kampagne und Motive Sache des Landesmarketings und der Agentur, nicht der Rektorate seien. Er suche den konstruktiven Austausch, um künftig solche Irritationen zu vermeiden.

Eckhard Oberdörfer

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