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Obergrenze für Wölfe gefordert

Schwerin Obergrenze für Wölfe gefordert

Umweltminister: Schutz der Bevölkerung hat Priorität

Schwerin. . Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat Obergrenzen für den Wolfsbestand ins Gespräch gebracht. Der Schutz der Bevölkerung habe oberste Priorität, sagte Backhaus gestern auf einer Tagung mit 100 Teilnehmern in Schwerin. Der Bund solle definieren, ab wann ein „günstiger Erhaltungszustand“ der Art vorliegt, sagte Backhaus. Dies wäre ein erster Schritt. Backhaus kündigte an, dass  künftig ganz MV bis auf die Ostsee-Inseln als Wolfsgebiet gilt. Damit können überall Vorbeugungsmaßnahmen gegen Attacken des Raubtieres auf Nutztierbestände gefördert werden. Panik sei nicht geboten, sagte Backhaus. Bislang sei in MV bei keinem Tier eine Verhaltensauffälligkeit festgestellt worden.

Experten gehen davon aus, dass es zwei Wolfsrudel mit 13 Welpen im Nordosten gibt: Sie leben in der Lübtheener und in der Ueckermünder Heide.

In MV greifen Wölfe im Durchschnitt einmal im Monat Nutztiere auf der Weide an. Im vergangenen Jahr registrierte das Umweltministerium 13 Attacken, bei denen der Wolf als Verursacher nachgewiesen wurde oder nicht ausgeschlossen werden konnte. Dabei wurden 34 Nutztiere getötet und 16 verletzt. Das Land zahlte 11 000 Euro Schadensausgleich an die Halter. In diesem Jahr wurden sechs Angriffe von Wölfen mit 22 getöteten und 23 verletzten Nutztieren registriert. Die überwiegende Zahl der im Jahr 2016 getöteten und verletzten Nutztiere waren dem Ministerium zufolge nicht ausreichend geschützt, etwa durch Elektrozäune oder Herdenschutzhunde.

In ganz Deutschland leben nach Schätzungen des Bundesamtes für Naturschutz derzeit rund 300 Wölfe. Damit sei das Raubtier noch weit entfernt von einer stabilen, sich selbst tragenden Population, sagte der Leiter der Abteilung Ökologie und Schutz von Flora und Fauna, Andreas Krüß, gestern bei der Wolfstagung in Schwerin.

Nach  jüngsten Erhebungen von 2014/15 sind 31 Wolfsrudel in Deutschland ansässig, die meisten davon in einem von der Lausitz (Sachsen)  in Richtung Nordwesten bis nach Niedersachsen reichenden Korridor. Zudem wurden acht Paare und sechs Einzeltiere beobachtet. Im Beobachtungszeitraum 2013/14 waren es Krüß zufolge 25 Rudel und acht Paare gewesen. Sie stammen von Wölfen ab, die aus Polen zugewandert sind.

OZ

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