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Öl-Alarm an Stränden auf Usedom und Rügen

Karlshagen Öl-Alarm an Stränden auf Usedom und Rügen

Zwischen Peenemünde und Zinnowitz sowie bei Sellin wurden Ölklumpen angespült.

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Am Strand zwischen Peenemünde und Zinnowitz auf Usedom beseitigen Feuerwehrmänner angeschwemmte Ölklumpen.

Quelle: Tilo Wallrodt

Karlshagen. Auf Usedom und Rügen sind Schwerölklumpen angeschwemmt worden. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei ist auf Usedom der zehn Kilometer lange Nordabschnitt zwischen Peenemünde, Karlshagen, Trassenheide, und Zinnowitz betroffen. Auf Rügen wurde Öl an einem 20 Meter langen Stück des Selliner Südstrands festgestellt. Die Küstenabschnitte seien jedoch nicht flächendeckend verschmutzt, hieß es.

Urlauber hatten die Klumpen am Dienstag bei Spaziergängen entdeckt. Auf einem Meter hatten Einsatzkräfte etwa drei bis fünf Klumpen Schweröl gefunden. „Nach Einschätzung der Helfer handelt es sich um eine ernst zu nehmende Verschmutzung von größerem Ausmaß“, erklärt Achim Froitzheim, Sprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Die Schwerölklumpen seien für am Meer lebende Tiere eine Bedrohung, sie hätten kaum eine Möglichkeit, das im Gefieder oder Fell haftende Öl loszuwerden.

Seit gestern Morgen versuchten deshalb Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Peenemünde, Karlshagen und Zinnowitz, die übel riechenden Ölklumpen einzusammeln. Stundenlang schaufelten die Männer im auflandigen, kalten Nordostwind das Öl auf Anhänger. „Jeder gibt hier sein Bestes, denn für eine Tourismusregion wie unsere ist das angespülte Schweröl furchtbar“, sagt der für den Katastrophenschutz im Landkreis zuständige Dezernent Dirk Scheer.

Er bemühte sich mit Amtswehrführer Daniel Stübe aus Zinnowitz, die Einsatzkräfte immer wieder zu motivieren. „Wir haben große Unterstützung von den Kurverwaltungen bekommen“, sagt Einsatzleiter Oliver Schlorff (26) von der Freiwilligen Feuerwehr Karlshagen. So gab es für die Helfer Brötchen und warme Getränke. „Da merkt man, dass hier alle um die Bedeutung des Tourismus auf Usedom wissen“, sagt Dezernent Scheer.

Die Schwerölklumpen lagen etwa einen Meter vom Wasserrand entfernt. Die Touristeninformationen in Karlshagen, Trassenheide und Zinnowitz bitten deshalb an den Hauptstrandzugängen auf Hinweisschildern darum, sich vom Öl fernzuhalten. „Allerdings gibt es immer einige Unverbesserliche“, meint Daniel Stübe: Neugierige liefen trotz Absperrung direkt bis ans Wasser, um den Männern bei der Arbeit zuzuschauen.

Gestern Nachmittag rückte dann zur Unterstützung das Technische Hilfswerk an, nachdem der Landkreis die Ermittlungen zum Schweröl-Verschmutzer an das Havariekommando des Landes abgegeben hat. Aus der Luft überprüfen ein Ölaufklärungsflugzeug der Marine und ein Polizeihubschrauber, ob auf der offenen See noch eine Ölspur zu erkennen ist. „Es herrscht Nordostwind“, berichtet ein Sprecher des Führungsstabes im Landeswasserschutzpolizeiamt MV.

Vom Verursacher fehlte allerdings bis zum späten Nachmittag jede Spur. „Ich bin enttäuscht, dass immer wieder Schiffsführer ihrer Verantwortung beim Umgang mit Treibstoffen nicht gerecht werden und die Schädigung der Umwelt billigend in Kauf nehmen“, erklärte Umweltminister Till Backhaus (SPD). Gute Nachrichten kamen von Rügen: Dort konnten alle Klumpen restlos beseitigt werden.

Kampf gegen das Öl
10 Kilometer lang ist der Strandabschnitt zwischen Peenemünde und Zinnowitz, an dem die Klumpen des Schweröls angespült wurden.
36 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren Karlshagen, Peenemünde und Zinnowitz waren im Einsatz.
Schweröl wird als Treibstoff für Schiffe benutzt. Es kommt immer wieder vor, dass Besatzungen illegal die Tanks mit Meerwasser spülen und so Öl in die Ozeane gelangt. In kaltem Zustand ist Schweröl eine zähe, klebrige Masse.

 



Cornelia Meerkatz und Bernhard Schmidtbauer

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Trassenheide
Zwischen Peenemünde und Zinnowitz auf Usedom liegen Ölklumpen etwa einen Meter vom Wasserrand entfernt. Die Feuerwehren sind im Einsatz. Die Polizei ermittelt.

Zwischen Peenemünde und Zinnowitz auf Usedom liegen Ölklumpen etwa einen Meter vom Wasserrand entfernt. Auch Vorpommern-Rügen ist von der Verschmutzung betroffen.

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