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Organspende: Immer mehr Kranke warten

Rostock Organspende: Immer mehr Kranke warten

278 Menschen in MV brauchen ein neues Herz, Leber oder Niere / Die Spendenbereitschaft geht zurück

Rostock. Wer eine neue Niere benötigt, wartet im Schnitt acht bis neun Jahre auf ein Spenderorgan. Viele Patienten, die ein neues Herz brauchen, erleben die rettende Operation nicht mehr. Das schwere Schicksal, warten zu müssen, teilen in Mecklenburg-Vorpommern mehr Menschen als noch vor einem Jahr.

278 Menschen stehen in MV zurzeit auf der Warteliste für eine lebensrettende Transplantation, 13 mehr als noch vor einem Jahr. Das teilt die Techniker Krankenkasse (TK) mit, unter Berufung auf die Stiftung Eurotransplant, die in Europa Organtransplantationen organisiert. 218 Patienten warten auf eine neue Niere, 27 auf eine Leber, 15 auf ein Spenderherz. Es trifft auch Kinder: „Zwei der Personen auf der Warteliste sind jünger als 18 Jahre“, sagt Heike Schmedemann von der TK-Landesvertretung in Schwerin.

Bei der Spende von Organen ist MV eine feste Größe. Bezogen auf die Einwohnerzahl werden hier fast doppelt so viele Organe gespendet wie im bundesweiten Durchschnitt. „Die Spendenbereitschaft in MV ist mehr oder weniger gleich geblieben. Bundesweit geht sie allerdings zurück“, sagt Professor Tung Yu Tsui, Leiter der Onkologischen Chirurgie am Rostocker Universitäts-Klinikum, das einzige MV-weit, das Organe transplantiert. Im Schnitt einmal pro Woche bekam hier 2016 ein Patient die ersehnte neue Leber oder Niere.

39 Organspender gab es 2016 in MV, 857 bundesweit. Ihre Organe werden von Eurotransplant teils europaweit vergeben, streng nach medizinischen Kriterien. Die Spendebereitschaft brach nach dem Organspendeskandal von 2012 ein. Schwerpunkt war Göttingen, wo Ärzte Krankenakten manipulierten, um ausgewählte Patienten bei der Vergabe zu bevorzugen.

In ganz Deutschland hoffen zurzeit 10000 Menschen auf die erlösende Nachricht, dass endlich ein Spenderorgan für sie gefunden wurde. Bei vielen geht es um Leben und Tod. Trotz bundesweit rückläufiger Spenderzahlen mehren sich auch positive Zeichen. So kletterte in Schleswig-Holstein die Zahl der Organspenden binnen eines Jahres um 50 Prozent, wie eine Statistik der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) belegt. Das könnte die Folge davon sein, dass immer mehr Leute den Organspendeausweis bei sich tragen. Laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat mittlerweile jeder dritte Bundesbürger schriftlich eingewilligt, nach dem Tod Organe abgeben zu wollen.

Heike Schmedemann von der Techniker Krankenkasse MV hält mehr Aufklärung für nötig. Seit 2012 müssen alle gesetzlichen und privaten Kassen ihre Mitglieder schriftlich über die Möglichkeit der Organspende informieren. „Das ist ein unangenehmes Thema“, sagt Schmedemann. Niemand beschäftige sich gern damit, schließlich geht es um den eigenen Tod. Zudem gibt es Vorurteile. Immer wieder stoßen Kassenmitarbeiter auf hartnäckige Gerüchte. Etwa, dass die im Spendeausweis dokumentierte Bereitschaft von einer Behörde erfasst wird – und Folgen haben kann, wie man im Krankenhaus behandelt wird oder ob man selbst ein Spenderorgan bekommen würde. Was natürlich kompletter Unsinn ist, so Schmedemann.

Gerald Kleine Wördemann

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Dieses Foto mit Eisstrukturen am Kooser See – aufgenommen im Januar 2017 – schickte uns OZ-Leser Wolfgang Schielke. Eingefügt hat er ein Gedicht von Ernst Moritz Arndt (1769-1860). „Von mir ein stiller Gruß an den verehrten Namenspatron meiner früheren Universität“, schreibt Schielke, der von 1974 bis 1979 an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald studiert hat.

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