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Parteien fordern mehr Lehrer

Schwerin/Rostock Parteien fordern mehr Lehrer

Vor der Landtagswahl: Spitzenkandidaten stellen ihre Ideen vor – Teil 2: Bildung

Schwerin/Rostock. 1,33 Millionen Wahlberechtigte können am 4. September über einen neuen Landtag in MV abstimmen. Die OSTSEE-ZEITUNG befragt Spitzenkandidaten von Parteien nach ihren Lösungsansätzen für einzelne Politikfelder. Teil 2 – Bildung.

„Viel zu viele Jugendliche verlassen ihren Bildungsweg ohne einen Abschluss“, sagt Silke Gajek (Grüne). „Damit wollen wir uns nicht abfinden.“ Die Grünen fordern: 300 neue Lehrerstellen in MV, mehr Engagement in Schulsozialarbeit, kleinere Klassen, um Schulstandorte zu sichern – „für mehr Freizeit statt Schulbusfahrten“, so Gajek.

Eine „Einstellungsoffensive für arbeitlose Lehrkräfte“ will Helmut Holter (Linke) starten. Die Pflichtstunden für Lehrer müssten gesenkt, unentgeltliche Mehrarbeit abgeschafft werden.

Unterrichtsausfall könne durch schuleigene Vertretungsbudgets verhindert werden. Weitere Ideen: Schulpflicht auf zehn Jahre erhöhen, mehr Förderung für einzelne Schüler, Stärkung der Hauptfächer.

„Der Lehrerberuf braucht mehr Wertschätzung“, sagt Cécile Bonnet (FDP). Daher müsse in allen Schularten die Unterrichtsverpflichtung auf 25 Stunden pro Woche abgesenkt, Leistung gefördert, Seiteneinsteiger besser qualifiziert werden. Die FDP regt ein Lehramtsstipendium an. Wichtig sei auch, über die Digitalisierung den Unterricht zu reformieren.

„Die SPD hat gehandelt“, sagt Erwin Sellering. 50 Millionen Euro würden jährlich eingesetzt, „um Unterrichtsausfall zu begrenzen, Bedingungen für Lehrer zu verbessern und Unterricht zu verbessern“.

Das Vertretungsprogramm für Lehrer werde fortgesetzt, zudem junge Pädagogen geworben. Mit einem freiwilligen zehnten Schuljahr solle die Abbrecherquote verringert werden.

„Wir haben dafür gesorgt, dass die Hochschulen mehr Geld bekommen“, sagt Lorenz Caffier (CDU). Auch die Verbeamtung von Lehrern sei durchgesetzt worden, um Fachkräfte, die hier ausgebildet wurden, zurückzulocken. Die CDU stehe für Verlässlichkeit: „Herumdoktern an Schulstrukturen lehnen wir ab“, so Caffier.

„Massiven Unterrichtsausfall“ kritisiert Leif-Erik Holm (AfD). Dies sorge auch für hohe Durchfallerquoten und schlechte Bildungschance. Die AfD wolle mehr Lehrer einstellen, und die „teure Inklusion“

beenden. Vielmehr müsse der Schwerkunkt auf „Verlässslichkeit des Regelunterrichts“ liegen.

„Konzeptlosigkeit“ wirft Norbert Schumacher (Freier Horizont) der Regierung in der Bildung vor, messbar an der Zahl der Abbrecher. Er fordert bessere Bedingungen für Lehrer und jahrgangsübergreifenden Unterricht. Auch das Lebensumfeld sei für Bildung wichtig: Kulturangebote, Infrastruktur und intakte Natur.

OZ-Serie: Schwerpunkte zur Landtagswahl

Tag der Wahrheit am 4. September: Mecklenburg-Vorpommern wählt einen neuen Landtag, der wichtige Entscheidungen für die kommenden fünf Jahre trifft. Welche Partei hat die besten Konzepte zur Lösung von Problemen im Land? Die OZ fragt in dieser Serie nach und veröffentlicht dann die Antworten.

Themen: 1. Wirtschaft, 2. Bildung , 3. Sicherheit, 4. Flüchtlinge/Zuwanderer, 5. Gesundheit, 6. Kitas, 7. Erneuerbare Energien, 8. Finanzen, 9. Kommunen, 10.

Theater.

Frank Pubantz

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