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Passanten retten Kinder vor dem Erfrieren

Wismar Passanten retten Kinder vor dem Erfrieren

Eine Gruppe Schlittenfahrer zieht die eingebrochenen 12- bis 13-Jährigen in Wismar aus einem Teich

Wismar. Viel Glück hatten drei Kinder am Sonntag in Wismar-Wendorf: Beim Spielen brachen sie in einen zugefrorenen Teich ein. Eine Gruppe Erwachsene, die zufällig in der Nähe war, zog das Mädchen (12) und die zwei Jungen (12, 13) aus dem eisigen Nass. Die Kinder kamen mit Unterkühlungen ins Hanse-Klinikum Wismar. „Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut“, hieß

es dort gestern.

Der Teich liegt abgelegen in der Nähe einer Kleingartenanlage, die an diesem winterlichen Sonntagnachmittag so gut wie menschenleer war. „Wir waren die einzigen, die da waren“, sagt Annika B., die ihren richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Die Wismarerin und ihr Lebensgefährte hatten sich mit Bekannten – einem Paar mit deren Kindern – zum Schlitten fahren verabredet. „Vom Rodelberg hat man einen sehr guten Ausblick“, sagt Annika B.. Sie entdeckte sofort die Kinder auf dem zugefrorenen Teich. „Oh, ob das wohl gut geht?“, sei ihr durch den Kopf gegangen. Es ging nicht gut. Nur ein paar Augenblicke später waren die Kinder auf dem See durch das noch dünne Eis eingebrochen und standen bis zur Brust im eiskalten Wasser.

Die einzigen Augenzeugen bildeten aus ihren Schlitten eine Rettungskette. Es gelang ihnen, die völlig verängstigten Kinder zu bergen. Mit ihren eigenen Winterjacken wärmten die Retter die ausgekühlten Körper der Unfallopfer. Ein Rettungssanitäter, der in der Nähe wohnt und per Telefon zum Unglücksort gerufen wurde, leistete Erste Hilfe. Die Feuerwehr brachte die Verunglückten schließlich ins Krankenhaus.

Annika B. lässt das Geschehen auch am Tag danach noch keine Ruhe. „Wenn wir nicht dagewesen wären, hätte wohl niemand die Kinder rechtzeitig aus dem Teich gezogen“, sagt die junge Frau. Sie würde gern wissen, wie es den Geretteten am Tag danach geht. Das Krankenhaus darf aus Datenschutzgründen keine näheren Angaben machen – die Kinder seien wohlauf, lässt die Klinik durchblicken.

Die Rettungs-Profis von der Berufsfeuerwehr Wismar sind froh über den glücklichen Ausgang des Eisdramas. „Es ist absolut vorbildlich, wie sich die Passanten verhalten haben“, lobt Ronny Bieschke, stellvertretender Leiter der Wismarer Berufsfeuerwehr. Die hauptamtlichen Retter aus der Hansestadt trafen an der Unglückstelle ein, nachdem waren sie per Notruf informiert worden waren.

Die Polizei warnte unterdessen vor dem Betreten zugefrorener Gewässer. Die Eisschicht sei nach den wenigen Frosttagen noch viel zu dünn. Dass Kinder es trotzdem wagen und sich dabei in Gefahr bringen, kommt im Nordosten immer wieder vor. Für viel Aufsehen sorgte 2014 ein Fall in Torgelow, bei dem ein Pfarrer zwei eingebrochenen Jungen (6, 7) hinterher sprang und sie so rettete. Der Pfarrer bekam dafür die Rettungsmedaille des Landes. gkw

OZ

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